Bei einem rund 4,2 Milliarden-Dollar-Deal übernimmt Hapag-Lloyd, Deutschlands größte Containerreederei, die israelische Reederei ZIM. Der Vertrag wurde in Tel Aviv unterzeichnet und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des israelischen Staates und weiterer Genehmigungen. Dafür kooperiert Hapag-Lloyd mit dem israelischen Finanzinvestor Fimi.
Hapag-Lloyd zahlt 35 Dollar pro Aktie in bar, was einem Aufschlag von 58 % auf den vorherigen Kurs entspricht. Die Übernahme soll mit eigenen liquiden Mitteln und einer externen Finanzierung von bis zu 2,5 Milliarden Dollar gestemmt werden.
ZIM mit Sitz in Haifa ist die zehntgrößte Containerreederei weltweit und verfügt über rund 147 Schiffe, die mehr als 330 Häfen ansteuern. Nach dem Zukauf würde Hapag-Lloyd über eine Flotte von mehr als 400 Schiffen, eine Kapazität von über drei Millionen Standardcontainern (TEU) und ein jährliches Volumen von mehr als 18 Mio. TEU verfügen.
Die Übernahme stieß bei ZIM-Beschäftigten auf Widerstand, die in Haifa in den Streik traten. Außerdem soll ein Teil der ZIM-Flotte und -Verpflichtungen an eine neue, von Fimi kontrollierte Firma („New ZIM“) übertragen werden, um die israelischen Sonderrechte im Unternehmen zu berücksichtigen und den lokalen Schifffahrtsverkehr zu sichern.
Durch den Kauf stärkt Hapag-Lloyd seine Position im globalen Containerverkehr und rückt näher an die weltgrößten Reedereien heran, bleibt aber hinter dem chinesischen Konkurrenten Cosco und weiteren Branchenriesen zurück.
Lesen Sie den vollständigen Artikel der Wirtschaftswoche hier.