Landesinfo

Israel ist eine parlamentarische Demokratie, in der die Exekutive, die Legislative und die Judikative nach dem Grundsatz der Gewaltenteilung funktionieren.
Die Regierung ist dem Parlament, der Knesset, gegenüber verantwortlich und muss deren Vertrauen besitzen. Die Amtszeit der Regierung beträgt vier Jahre, sie kann jedoch durch Rücktritt, Tod des Ministerpräsidenten oder durch ein Misstrauensvotum in der Knesset frühzeitig beendet werden. Der derzeitige Ministerpräsident ist Benjamin Netanyahu, Staatspräsident ist Reuven Rivlin.

Die Hauptstadt Israels ist Jerusalem, welche noch nicht von allen Ländern offiziell als solche anerkannt wird.

Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch, Geschäftssprache ist Englisch.

Die Landeswährung ist der Neue Israelische Shekel (ILS) Wechselkurs
Der US-Dollar (US$) hat sich mittlerweile in vielen Bereichen als Finanzkalkulationsgrundlage etabliert.

Der Samstag (Schabbat) ist der offizielle wöchentliche Ruhetag in Israel. Für Muslime gilt der Freitag als Ruhetag, für Christen der Sonntag.

Geographie und Größe

Israel liegt am Schnittpunkt dreier Kontinente - Europa, Asien und Afrika - im Zentrum des Nahen Ostens. Es grenzt an Ägypten, Jordanien, Syrien und den Libanon. Mit seiner relativ geringen Größe von 21.000 Quadratkilometern (etwa die Größe Hessens) erstreckt es sich 470 km in Nord-Süd- und max. 135 km in Ost-West-Richtung. Die palästinensischen Gebiete liegen im Osten (Westbank) und Süden (Gazastreifen) des Landes.

Topographie und Klima

Obwohl Israel ein kleines Land ist, weist es topographische und klimatische Merkmale eines ganzen Kontinents auf. In Galiläa im Norden geht bewaldetes Hochland in fruchtbare, grüne Täler über; Sanddünen und landwirtschaftliche Nutzflächen kennzeichnen die Küstenebene am Mittelmeer; die felsigen Gipfel der Bergketten von Samaria und Judäa im Inneren des Landes fallen in das tropische Jordantal und die Region des Toten Meeres am tiefsten natürlichen Punkt der Erdoberfläche ab. Bergige Wüstengebiete erstrecken sich südlich in den Negev und das Arawatal und enden am nördlichsten Zipfel des Roten Meeres.



Israel hat rund 318 Sonnentage im Jahr. Im Sommer herrschen Durchschnittstemperaturen von über 26 Grad. Die Regenzeit liegt zwischen November und März.

Geschichte

Das Land der Bibel - die historische Heimstätte des jüdischen Volkes - hat eine jahrtausendealte Geschichte. Bereits 1028 v.d.Z. wurde unter Saul ein Königreich errichtet. 28 Jahre später wurde unter seinem Nachfolger König David Jerusalem zur Hauptstadt des Landes. Nach 722 v.d.Z. folgten Jahrhunderte der Fremdbeherrschung, teils mit jüdischer Selbstverwaltung. Die Grenzen sowie auch der Name des Landes wurden nach der Laune des jeweiligen Herrschers verändert.

In Anerkennung der "historischen Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina - dem Land Israel" und "der Gründe für die Wiederherrichtung seiner nationalen Heimstätte in jenem Land" hat der Völkerbund 1922 Großbritannien das Mandat übertragen und es u.a. damit beauftragt, "solche politischen, verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen im Land herzustellen, welche die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte gewährleisten". Im selben Jahr schuf Großbritannien in drei Vierteln des ihm anvertrauten Gebiets das arabische Emirat Transjordanien (heute das Haschemitische Königreich Jordanien), wodurch nur das Gebiet westlich des Jordans zur Entwicklung einer jüdischen Heimstätte verblieb.

Im November 1947 verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen den sogenannten Teilungsplan und stimmte somit für die Errichtung zweier Staaten in diesem Gebiet - einem jüdischen und einem arabischen. 1948 endete das Mandat über Palästina. Am 14. Mai proklamierte das jüdische Volk, in dem von den Vereinten Nationen zuerkannten Gebiet, den Staat Israel. Weniger als 24 Stunden später drangen die Armeen fünf arabischer Länder, die den Teilungsplan und die Errichtung eines jüdischen Staates im Nahen Osten ablehnten, in den neuen Staat ein und lösten damit den Unabhängigkeitskrieg aus. Dieser endete im Juli 1949 mit einem Waffenstillstandsabkommen. Die folgenden Jahre waren geprägt von terroristischen Überfällen auf israelische Dörfer und Städte. 
1956 (Sinai-Krieg) und 1967 (Sechs-Tage-Krieg) reagierte Israel auf die vorsätzlichen Provokationen mit Präventivschlägen, 1973 (Yom-Kippur-Krieg) wehrte es einen, von den arabischen Nachbarstaaten an zwei Fronten, gleichzeitig begonnenen Großangriff ab.

Zeichen der Aussöhnung waren die Friedensverträge mit Ägypten (1979) und Jordanien (1994), sowie die Prinzipienerklärung (September 1993), die von Israel und der PLO (als Repräsentantin des palästinensischen Volkes) unterzeichnet wurde. Darin werden die Regelungen für eine Selbstverwaltung der Palästinenser in der West-Bank und im Gazastreifen umrissen. Seit dem Sechs-Tage-Krieg standen beide Gebiete unter israelischer Verwaltung.

Bevölkerung

Israel ist ein Einwanderungsland. Seit der Gründung des Staates 1948 hat sich seine Bevölkerung fast verzehnfacht und zählt rund 8,79 Millionen Einwohner (2018).



Durch die Massenimmigration unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen ist Israel ein kulturell und kulinarisch divers geprägtes Land. Diese unterschiedlichen kulturellen Einflüsse bereichern die Wirtschaft und das Leben in Israel. 
Die überwiegend jüdische Bevölkerung ist zwar durch einen gemeinsamen Glauben und eine gemeinsame Geschichte verbunden, in ihren Anschauungen und Lebensformen jedoch durch Verschiedenartigkeit gekennzeichnet. Im Verlauf der "Sammlung der Zerstreuten" während des letzten Jahrhunderts haben jüdische Einwanderer die Traditionen ihrer eigenen Gemeinschaften sowie Bräuche aus Ländern mit ins Land gebracht, in denen sie seit Generationen gelebt hatten. Einige dieser Verschiedenartigkeiten sind beibehalten worden und werden gepflegt, andere hingegen gehen im Lauf der Zeit allmählich verloren.

Die Arabische Minderheit macht etwa 20 % der Gesamtbevölkerung aus. Die Entwicklung hin zu einem friedlichen Zusammenleben zwischen jüdischen und arabischen Bürgern Israels, wird durch Unterschiede in Kultur, Sprache und Lebensweise sowie durch den Jahrzehnte andauernden Konflikt zwischen beiden Völkern sowie den Nachbarstaaten beeinträchtigt. Beide Bevölkerungsgruppen leben in Israel nebeneinander, pflegen Kontakte auf wirtschaftlicher, munizipaler und politischer Ebene, haben jedoch fast keine gesellschaftlichen Beziehungen.

Religionen

Israel wurde als jüdischer Staat gegründet. Die Religionszugehörigkeit gliedert sich wie folgt auf:

  • 

Juden: 74,7 % 

  • Moslems: 20,8 % 

  • Andere: 4,5 % 
(Stand April 2017)



Die in der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel garantierte religiöse Freiheit macht Religionsausübung und Glaubenszugehörigkeit zu einer Sache der persönlichen Entscheidung.