Ratschläge für Geschäftsreisende

Um Sie auf Ihren Aufenthalt in Israel vorzubereiten, haben wir hier die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt:

Zeitplanung

Bei der Planung sollten Geschäftsreisende stets ein  Zeitpolster einkalkulieren. Bei Terminen mit Regierungsstellen und anderen Behörden kann es wegen schwerfälliger Entscheidungsprozeduren zu Verzögerungen kommen. Bei Kontakten mit privaten Firmen sind dagegen schnelle Entschlüsse und verbindliche Antworten eher die Regel als die Ausnahme. Pünktlichkeit ist mitunter ein dehnbarer Begriff, und Geschäftstreffen können zuweilen auch länger als veranschlagt dauern. Zusätzlich erschwert das hohe Verkehrsaufkommen in Israel eine straffe Zeitplanung. In Israel lassen sich Geschäft und Vergnügen ausgezeichnet verbinden, da das kulturelle, touristische und kulinarische Angebot mannigfaltig ist.

Sprachbarrieren

Deutsche Besucher haben in Israel kaum Sprach- oder Kommunikationsprobleme. Englisch ist fest als Geschäftssprache etabliert. Ebenso gewähren die englischsprachigen (Online-)Ausgaben großer israelischer Tageszeitungen, wie die "Jerusalem Post" oder "Ha'aretz", einen ausführlichen Einblick in lokale und internationale Ereignisse. Es gibt sogar eine kleine deutsche Tageszeitung, die allerdings nicht sehr informativ ist. Für die Liebhaber der Papierausgaben liegen die führenden Tages- und Wochenzeitungen aus Deutschland 24 bis 36 Stunden nach ihrem Erscheinen in einschlägigen Kiosken aus.

Reisevorbereitungen

Selbst eine sehr kurzfristig geplante Geschäftsreise nach Israel ist einfach und unproblematisch. Die Lufthansa fliegt zwei Mal täglich direkt auf der Route Frankfurt - Tel-Aviv. Zudem bietet Germania Direktflüge von Hamburg, Berlin-Tegel, Düsseldorf und Nürnberg an. Die israelische Luftfahrtgesellschaft EL AL verbindet Israel mit München, Berlin und Frankfurt. Die Flugzeit beträgt jeweils ca. vier Stunden.

Für die Einreise ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass erforderlich. Deutsche Staatsbürger benötigen kein Visum. Vor dem 31.12.1927 Geborene sollten jedoch bei der israelischen Botschaft in Berlin anfragen, ob sie ein Visum benötigen. Reisende mit Stempeln aus Syrien, dem Libanon und dem Iran müssen bei der Einreise mit peniblen Sicherheitsbefragungen rechnen. Stempel anderer muslimischer Staaten sind hingegen unbedenklich. Bei der Einreise erhält man einen kleinen blau-weißen Zettel, der das Eintrittsvisum ist und einen Stempel ersetzt. Die Benutzung eines Fahrzeuges mit gültigem deutschen Führerschein ist gestattet.

Am internationalen Flughafen Ben Gurion können Geschäftsreisende zwischen Taxi, Bus, Bahn oder Mietwagen wählen. Etwa zehn internationale und lokale Gesellschaften bieten modernste Mietwagen in allen Klassen zu attraktiven Preisen an. Die jeweiligen Arrangements können in Deutschland vor dem Abflug oder bei der Ankunft vereinbart werden. Für Geschäftsreisende, die nur wenige Tage in Israel bleiben, ist ein Mietauto nicht zu empfehlen. Der Flughafen Ben Gurion ist im Halbstundentakt durch die Bahn direkt mit dem Zentrum Tel-Avivs verbunden. Die Fahrzeit zum Zentrum von Tel-Aviv beträgt ca. 15 Minuten. Verbindungen finden Sie hier.

Weitere hilfreiche Informationen zur Einreise nach Israel finden Sie in diesem Artikel.

Nach der Ankunft

Bei der Ankunft in Tel-Aviv sollte der deutsche Besucher, falls er von seinen israelischen Geschäftspartnern nicht abgeholt wird, bei der Wahl eines Taxis umsichtig sein. Nicht amtlich registrierte Taxifahrer identifizieren ihre "Opfer" sehr leicht und verlangen von ihnen Phantasiepreise, oft auch in fremder Währung. Es gibt am Flughafen einen geordneten Taxiservice mit Fixpreisen und Quittung für die Fahrt nach Tel-Aviv oder Jerusalem. Für Koffer wird ein Zuschlag berechnet, ebenso gibt es einen Nachttarif, einen Wochenendzuschlag, und auch ein Aufgeld für mehr als zwei Mitfahrer, alles jedoch an einer Preisliste ablesbar. Das in Deutschland übliche Trinkgeld für den Taxifahrer wird in Israel hingegen nicht erwartet.

Es ist ratsam, bei der Ankunft im Flughafengebäude am Geldautomaten (ATM) israelische Schekel zu ziehen. Die Automaten akzeptieren Karten fast aller Banken sowie EC/Maestro Karten. Alternativ kann man auch am Bankschalter dort Geld wechseln. Die Mehrwertsteuer in Höhe von 17% wird gegen Vorlage des "Tax-Free-Formulars" bei Geschenkartikeln, Souvenirs oder anderen Waren zurückerstattet, sofern sie in einem „Tax Free“ Geschäft gekauft wurden und einen Warenwert von 100 US-Dollar übersteigt. Erfolgt die Bezahlung der Hotelrechnung und anderer touristischer Leistungen in ausländischer Währung oder mit einer internationalen Kreditkarte, wird von vornherein keine Mehrwertsteuer erhoben.

Kleidung

Das feuchtheiße Klima von Juni bis Oktober kann für Europäer belastend sein. Die Büros, Hotels, Restaurants und Fahrzeuge sind durchweg klimatisiert und oft sehr kühl. Bei Reisen in den Sommermonaten ist ein leichter und heller Anzug von Vorteil, jedoch kein Muss. Auf formelle Kleidung wird nur wenig Wert gelegt. Bei offiziellen Anlässen empfiehlt sich leger-elegante Kleidung, z. B. ein leichter Anzug. In Gaststätten, Hotels, Theater, Konzerten und bei Besuchen dominiert eher modische Freizeitkleidung. Reisenden in den Monaten November bis April wird geraten, sich auch mit wärmerem Sakko/Blazer, Pullover, Regenmantel und Regenschirm auszustatten.

Unterkunft

Das Unterkunftsangebot in Israel ist wie in jedem touristisch gut erschlossenen Land vielfältig, allerdings sind die Preise im Vergleich zu Deutschland hoch. Zahlreiche Webseiten auf Englisch und auf Deutsch bieten Empfehlungen zu Übernachtungsangeboten an. Eine Auswahl an Hotels verschiedener Preiskategorieren in Tel Aviv gewähren Mitgliedern und Kunden der AHK Sonderkonditionen, wenn die Buchung über uns erfolgt. Fragen Sie uns einfach.

Preisniveau in Israel

Die Preise in Israel liegen eher etwas höher als in Europa. Für einen Kaffee bezahlt mal mindestens 2,50 Euro. Viele Restaurants sind eher teuer. Ein gutes Frühstück in einem Café kostet selten weniger als 12-15  Euro, ein Mittagessen zwischen 10 und 20 Euro, ein Abendessen (ohne Getränke) ist mit 20 bis 30 Euro und oft auch mehr zu veranschlagen. Auf den Rechnungsbetrag, den man überall auch mit Kreditkarte bezahlen kann, ist ein Trinkgeld von 10-15 Prozent, möglichst in bar, hinzuzufügen.

Sicherheit und Gesundheit

Über ihre persönliche Sicherheit brauchen sich deutsche Geschäftsreisende keine Sorgen zu machen, wenn sie die überall gültigen Regeln allgemeiner Umsicht beachten. Kontrollen durch Sicherheitspersonal sind nicht ungewöhnlich. An allen Eingängen größerer Gebäude, Restaurants, Pubs, Theater, Einkaufszentren oder Supermärkten werden mitgeführte Taschen kontrolliert und ein Metallscan durchgeführt. Diese Kontrollen sollten nicht als Verletzung der Privatsphäre betrachtet werden, sondern als Beitrag zur Erhöhung der persönlichen Sicherheit.

Allgemein ist die Kriminalität in Israel wesentlich geringer als in den meisten europäischen Städten. Auch nachts können Frauen sich ohne weiteres allein draußen aufhalten.

Bei geplanten Besuchen in der Palästinensischen Autonomie sollte am Tag der Verabredung mit dem lokalen Gesprächspartner telefonisch Kontakt aufgenommen werden. Gleiches gilt für den Besuch des deutschen Vertretungsbüros in Ramallah. Hier sollten die aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts beachtet werden.

Die ärztliche Versorgung ist auf europäischem Niveau. In allen Städten gibt es gut ausgerüstete Krankenhäuser, Privatkliniken, Apotheken und Privatärzte, die auch mit den Hotels in Verbindung stehen. Der “Magen David Adom“ (der dem Roten Kreuz entspricht) leistet Erste Hilfe rund um die Uhr.

Beim Umgang mit Speisen und Getränken ist keine besondere Vorsicht geboten. Wasser aus dem Wasserhahn ist Trinkwasser, auch wenn die geschmackliche Qualität bisweilen zu wünschen übrig läßt. Israel ist ein Paradies für Vegetarier und Veganer - frisches (gewaschenes) Obst und Gemüse sind aus dem täglichen Speisezettel nicht wegzudenken und können bedenkenlos überall in Israel gekauft werden.

Vom Umgang mit Geschäftspartnern

Bei der Anbahnung von Geschäftskontakten in Israel und beim Ausbau bereits bestehender Beziehungen sollte man sich immer die Tatsache vor Augen halten, dass der 1948 gegründete jüdische Staat verhältnismäßig jung ist. Sicherheitsfragen und innenpolitische Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. Daran haben der Nahost-Friedensprozess, die schwierige Situation mit den Palästinensern, die Friedensabkommen mit Ägypten und Jordanien und die beginnende arabische Akzeptanz Israels als integraler Bestandteil der Region bisher nichts geändert. Außerdem ist Israel ein Einwanderungsland und daher in ständiger Bewegung. Die Integration der letzten großen Einwanderungswelle mit über einer Million Neueinwanderern aus den GUS-Staaten und Äthiopien Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts veränderte die politische, gesellschaftliche und ökonomische Landschaft Israels nachhaltig. Die Gründergeneration, die den politischen und wirtschaftlichen Charakter des Landes geprägt hatte, ist bereits abgetreten. An ihre Stelle trat eine in ihrer Mentalität ganz andere Generation von ambitionierten Geschäftsleuten, die oft eine Mischung aus US-Management und orientalischer Gelassenheit demonstrieren.

Deutsche Geschäftsreisende werden bei ihren Kontakten mit einheimischen Gesprächspartnern gelegentlich feststellen, dass gewisse, in Europa übliche Gepflogenheiten ignoriert werden. Die Suche nach praktischen und schnellen Lösungen genießt einen hohen Stellenwert, wobei auch "originelle" Vorschläge sehr geschätzt werden. Häufig holt man ausländische Besucher vom Flughafen Ben Gurion ab und bringt sie ins Hotel. Die Einladung zu einem Mittag- oder Abendessen zählt zu den Gepflogenheiten. Abendessen beginnen kaum vor 20.00 Uhr und können sich selbst bis nach Mitternacht hinziehen. Geschäftstreffen beginnen um 9.00 Uhr, in den heißen Sommermonaten oft bereits um 8.00 Uhr. Ministerien und öffentliche Ämter sind ab 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet.

Oft wird der überraschte Gast aufgefordert, sein Jackett abzulegen und "zu relaxen". Das gilt bei Herren übrigens auch für die Krawatte. Und trifft auch für Geschäftsgespräche in klimatisierten Büros, Hotellobbies und Sitzungsräumen zu. "Overdressed" aufzutreten schafft eher Unbehagen und könnte das Ambiente nachteilig beeinflussen.

Persönliche Kontakte sind in Israel wichtig und in der Regel unabdingbar. Israelische Händler oder Produzenten wollen ihren Gesprächspartnern "in die Augen schauen" und die Reaktionen beobachten. Werbebriefe finden nur geringe Beachtung. Hingegen sind Informationsmaterial – Kataloge, Prospekte, Preislisten, technische Daten – gefragt. Sie vermitteln dem israelischen Geschäftspartner die Seriosität des Angebots. Die Verwendung von Titeln in Geschäftsbriefen ist überflüssig, ebenso wie blumenreiche Formulierungen. Es ist vorteilhafter, gleich zur Sache zu kommen. Eine nette Geste ist es, einen Brief mit der landesübliche Grußform "Schalom" zu beginnen oder zu enden.

Verhandlungstaktik

Gesprächstermine kann man in Israel sehr kurzfristig, notfalls sogar an Feiertagen und Wochenenden (freitags und samstags), festlegen. Ebenso leicht und informell können sie wieder abgeändert werden. Eventuelle Verspätungen bis zu 30 Minuten werden nicht übel genommen. Wichtige Sitzungen und Beratungen finden oft erst in den fortgeschrittenen Abend- und Nachtstunden statt, mit der Begründung "Da stören uns keine lästigen Telefonanrufe". Es ist nicht ungewöhnlich, den Gesprächspartner auch zwischen 21.00 Uhr und 24.00 Uhr anzurufen. Zeit spart man, wenn man in Israel gleich die obere Entscheidungsebene anspricht. Die Führungsorganisation israelischer Firmen und Unternehmen ist eher zentralistisch. Zahlenmaterial und sonstige Details sollten schriftlich unterbreitet werden. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass der Gesprächspartner "schwimmt", sollte man nicht belehrend auftreten.

Der Führungsstil der jüngeren Generation israelischer Geschäftsleute ist vom langen Militärdienst geprägt. Viele Personen in führenden Positionen waren hohe Offiziere im aktiven Dienst, die nach ihrem Ruhestand mit 40 bis 45 Jahren in der Wirtschaft oder Verwaltung eine zweite Karriere starteten. Dachte die ältere, häufig aus Europa stammende Generation, recht konservativ, sind die jüngeren UnternehmerInnen experimentier- und risikofreudiger.

Israelische Geschäftsleute sind mit technischen Details kaum zu beeindrucken, weil sie selbst gut informiert sind und die Wettbewerber kennen. Sie sind meist harte Verhandlungspartner. Deutsche Erzeugnisse sind gut eingeführt und gefragt, obwohl sie überwiegend teurer als die Angebote der Konkurrenz sind. Israelis gehen meist davon aus, dass sie sich hinsichtlich Service, Pünktlichkeit und Qualität der Lieferungen auf deutsche Partner besonders verlassen können. Verlässlicher Kundendienst und guter technischer After-Sales-Service sind Verhandlungsargumente, mit denen der deutsche Anbieter einen echten Wettbewerbsvorteil erzielen kann.

Bei den Preisverhandlungen und Zahlungsmodalitäten gehört Feilschen "zum guten Ton". Im Gegenteil: akzeptiert der israelische Gesprächspartner den erstbesten Preis, ist sogar Vorsicht geboten. Dann wäre es ratsam, seine Bonität zu prüfen. Der Hinweis auf den letzten technischen Stand des Produktes beeindruckt nicht, da High-Tech-Erzeugnisse hier die Regel und nicht die Ausnahme sind. In diesem Zusammenhang könnten selbst gut gemeinte Bemerkungen als überhebliche Einstufung Israels als Entwicklungsland interpretiert werden.

Israelische Geschäftsleute sind in der Regel sehr gastfreundlich. Im Restaurant übernehmen sie die Rechnung. Ist ein ausländischer Gast zu Hause eingeladen, ist es üblich, Blumen oder ein Geschenk für die Kinder mitzubringen. Auch kleine Werbegeschenke finden Anklang. Die hier übliche Art der Annäherung ist oft überraschend direkt. Ziemlich unverblümt werden persönliche Fragen über die Familie des Gastes, über geschäftliche Details, über Gehälter und Börseninvestitionen gestellt. Man sollte daran keinen Anstoß nehmen.

Pflege der Geschäftsbeziehungen

Bereits angebahnte Beziehungen sollten durch den inländischen Handelsvertreter laufend gepflegt werden. Die Mehrzahl der israelischen Unternehmer und Firmen legen Wert auf dauerhafte Geschäftsverbindungen mit realen Ausbaumöglichkeiten. Ein periodisches Telefonat und ein Gruß anlässlich des jüdischen Neujahrs aus Deutschland werden geschätzt und sollten nicht dem lokalen Vertreter überlassen werden. Geschäftlich sind die Zusendung von Informationen über Neuentwicklungen, Quartals- oder Halbjahresberichte und anderes einschlägiges Material zu empfehlen. Erwägenswert sind auch Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten israelischer MitarbeiterInnen in deutschen Unternehmen oder etwa die Hilfestellung bei Werbung und Lagerhaltung. Die ausländische Konkurrenz hat in den letzten Jahren den hohen Stellenwert des verlässlichen Service erkannt und diesbezüglich viel getan.