Thüringen tritt dem New Kibbutz Programm der AHK Israel bei

Wirtschaftsstaatssekretärin Kerst zieht positive Bilanz nach Israel-Reise

Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst hat eine positive Bilanz der Reise einer Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nach Israel gezogen, die heute zu Ende ging. „Wir haben neue Kontakte geknüpft und bestehende weiter ausgebaut sowie tiefe Einblicke in die Start-Up- und Technologienation und das ‚Mindset‘ Israels erhalten“, sagte Kerst vor dem Rückflug nach Deutschland. Mit dem Beitritt Thüringens zum New-Kibbutz-Programm der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer (AHK Israel) werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit des Freistaats mit Israel weiter ausgebaut.

„Israel und Thüringen haben viele Gemeinsamkeiten - beide sind kleine Länder, in denen der Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft sehr stark und der Fokus auf Technologien sehr hoch ist“, so die Staatssekretärin. Vor allem von der außergewöhnlichen Gründermentalität und der Fähigkeit, ausländische Investoren für gute Projekte begeistern zu können und so die einheimische Wirtschaft anzukurbeln, könne Thüringen daher sehr viel lernen. Gerade in den Bereichen Optik, Life Science und Informationstechnologien und insbesondere beim Thema Cyber Security könnten Thüringer Firmen von der Innovationskraft der israelischen Start-Ups und umgekehrt die israelischen Firmen von spezialisierten Thüringer Lösungen profitieren. Das zeigt zum Beispiel die seit 15 Jahren bestehende Kooperation der Thüringer Firma X-FAB mit dem „Technion“ bei der Herstellung von Schaltungschips, die im Rahmen des Besuchs der technischen Universität Haifas vorgestellt wurde.

Die Reise habe der 30-köpfigen Delegation zahlreiche Möglichkeiten des Austauschs und Anknüpfungspotenzial geboten, so Kerst. Etwa bei einem Workshop zum Thema Cyber Security bei der Firma Checkmarx, die von der AHK Israel initiiert wurde. Die Thüringer Firma Q-Soft bereicherte den Workshop um die Perspektive eines Thüringer Mittelstandsunternehmens. Mit Investitionen in Höhe von 582 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 durch Venture Capital Fonds liegt Israel beim Thema Cyber Security weltweit auf Rang zwei direkt hinter den USA. Bei einem Treffen mit israelischen Frauen in Führungspositionen wurde erstmals der Fokus auf das Thema „Female Leadership“ gelegt. Insgesamt umfasste das Programm der Reise etwa 20 Termine - Workshops, Veranstaltungen, Unternehmens - und Hochschulbesuche, Diskussionsrunden sowie ein Pitch-Training für die mitreisenden Unternehmen.

Um die wirtschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen, ist Thüringen im Rahmen der Reise dem New-Kibbutz-Programm der AHK Israel beigetreten. Ab dem kommenden Jahr können Thüringer Studenten damit ein Praktikum in der Start-Up- und Technologie-Metropole Tel Aviv machen. Staatssekretärin Valentina Kerst und der Geschäftsführer der AHK Israel, Grisha Alroi-Arloser, haben dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die zukünftig etwa sieben bis zehn Teilnehmer im Jahr erhalten eine Starthilfe von 750 Euro. Sowohl die beteiligungsmanagement thüringen gmbh bm|t und die Thüringer Aufbaubank als auch die Unternehmen JENOPTIK AG und die SAMAG Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH haben ihre Unterstützung des Programms zugesagt. „Weitere interessierte Unternehmen können sich bis Ende des Jahres bei uns melden. Wir freuen uns über weitere Geldgeber“, betont Kerst.

Auf dem Programm der Delegation standen darüber hinaus auch politische Termine - etwa mit dem Bürgermeister von Erfurts Partnerstadt Haifa, Yona Yahaw, oder mit Ami Levin, dem Direktor der Europa-Abteilung des israelischen Wirtschaftsministeriums. Anlässlich des bevorstehenden Bauhausjahres 2019 warb die Delegation nicht nur für Thüringen als Usprungsland des Bauhauses, sondern besuchte auch die „Weiße Stadt“ in Tel Aviv. Sie verfügt heute mit etwa 4.000 Gebäuden über die weltweit größte zusammenhängende Anzahl an Bauhaus-Bauten. Zum 80. Jahrestag der Pogromnacht besuchte die Delegation die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

„Durch das umfassende und abwechslungsreiche Programm haben wir nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Kultur des Landes und deren Zusammenspiel besser kennengelernt“, bilanziert Kerst.

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