Liberalisierung

Die Liberalisierung der Wirtschaft begann bereits 1962, aber erst Ende der 1970er Jahre und vor allem nach 1985 wurde sie mehr und mehr den Kräften des Weltmarktes ausgesetzt. 1998 hatten die Importzölle mit acht bis zwölf Prozent erstmals das Niveau entwickelter Industrienationen erreicht. Noch ein Jahrzehnt zuvor lagen sie bei 40 Prozent.
Subventionen existieren nur noch im öffentlichen Verkehr und in der Landwirtschaft. Der Wettbewerb wird schrittweise im Bereich der Telekommunikation, der Stromerzeugung und -verteilung, der Hafenbetriebe, des Kraftstoffmarkts und des öffentlichen Verkehrs eingeführt.
Auch der bis 1985 staatlich kontrollierte Kapitalmarkt wurde liberalisiert. Die Regierung übt jedoch nach wie vor erheblichen Einfluss auf die Geldströme aus, indem sie Industrieansiedlungen nach ordnungspolitischen Kriterien bezuschusst, staatlich subventionierte Hypothekendarlehen gewährt und durch ihre Boden- und Kreditpolitik die Nachfrage nach Wohnungen, die Erschließung von Bauland und die Konjunktur der Baubranche insgesamt bestimmt.
Seit 1985 war es der Regierung allerdings nicht mehr gestattet, Anleihen bei der Zentralbank aufzunehmen; zur Finanzierung ihrer Schulden muss sie stattdessen im Inland sowie in den USA, in Europa und dem Fernen Osten Pfandbriefe und Staatsobligationen ausgeben.