Entwicklung bis 1985

Die Geschichte der israelischen Wirtschaft beginnt mit der ersten Einwanderungswelle in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Wesentlichen Auftrieb erhielt sie vor und zwischen den Weltkriegen, zu einem Zeitpunkt als erste, vorstaatliche Wirtschafts- und Sozialstrukturen entstanden. Kollektive, kooperative und gemeinschaftliche Unternehmen und Einrichtungen spielten entsprechend der sozialistisch-zionistischen Ideologie eine große Rolle. Damals wurden die Weichen für eine stark interventionistische Wirtschaftsstruktur gestellt.

Bis Mitte der dreißiger Jahre waren jüdische und arabische Wirtschaftsstrukturen miteinander verknüpft; erst der arabische Aufruf zum Boykott der jüdischen Wirtschaft von 1936 zwang den Jischuv, eigenständige Strukturen zu entwickeln.

In den ersten vier Jahren nach der Staatsgründung verdreifachte sich Israels Bevölkerung durch die Einwanderung aus Europa und den arabischen Staaten. Zur Verhinderung einer Massenarmut war die Regierung gezwungen, Lebensmittel und andere Güter zu rationieren und scharfe Devisenbeschränkungen einzuführen.

Bis 1967 wuchs die Wirtschaft um jährlich 5,5 Prozent, in den Jahren nach dem Sechs-Tage-Krieg sogar um zwölf Prozent. Nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 und der internationalen Ölkrise sank das BIP auf unter vier Prozent, während die Preise um 44 Prozent stiegen. Die Steuerlast kletterte auf 38 Prozent.

Die Liberalisierungsversuche nach dem Regierungswechsel von der Arbeitspartei zum Likud im Jahr 1977 führten zu geringen Wachstumsraten, einem steilen Anstieg des Privatkonsums und der Regierungsverschuldung sowie einer galoppierenden Inflation, die 1983 die 400-Prozent-Marke überschritt. Dies hatte den Zusammenbruch der Börse und des Bankwesens, welches nur durch eine Übernahme seitens der Regierung gerettet werden konnte, zur Folge.