Arbeitsmarktsituation

Als rohstoffarmes Land ist das Humankapital Israels Katalysator für wirtschaftliches Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Im Jahr 2006 waren knapp 14 Prozent aller Beschäftigten Akademiker, weitere 15,8 Prozent Fachhochschulabsolventen. Mehr als 28 Prozent der Beschäftigten hatten 16 Ausbildungsjahre absolviert, während es 1980 nur ein Prozent war. Dies zeigt deutlich den Anstieg beruflicher Qualifikation. Der Anteil ungelernter Beschäftigung lag 2006 (nach mehrjährigem Rückgang wieder) bei 8,9 Prozent. Zwischen 1993 und 2006 stieg die Zahl der beschäftigten Techniker und Akademiker von 25 auf 29,5 Prozent.
Ein Grund für die außergewöhnliche Beschäftigungsstruktur Israels findet sich in der Informations- und Kommunikationsbranche: Während sie 1990 noch 56000 Beschäftigte zählte, waren es eineinhalb Jahrzehnte später 184200. Mit einem Anteil von über sieben Prozent an der Gesamtbeschäftigtenzahl liegt Israel in dieser Branche weit über dem OECD Durchschnitt (2004).
Das hohe Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre wirkte sich positiv auf die Beschäftigung aus. So ging die Arbeitslosigkeit im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 7,3 Prozent zurück, obwohl der Anteil der arbeitenden Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung um 0,9 Prozentpunkte auf 56,5 Prozent stieg. Dies ist im Vergleich zu anderen Industrienationen jedoch immer noch relativ niedrig. Frauen waren im Jahr 2006 zu 51 Prozent berufstätig und machten 46,2 Prozent der Beschäftigten aus. Vor allem unter den israelischen Arabern und der jüdisch-orthodoxen Bevölkerung ist die Teilnahme am Arbeitsmarkt insgesamt und besonders der Frauenanteil sehr niedrig. Etwa zwölf Prozent aller Arbeitskräfte sind ausländische Arbeitnehmer. Bis zum Ausbruch der zweiten Intifada waren 46 Prozent davon Palästinenser. Diese haben nun nicht mehr die Möglichkeit, in Israel zu arbeiten. Sie wurden zum großen Teil durch Arbeitskräfte aus dem Fernen Osten sowie aus Mittel- und Osteuropa ersetzt. Es wird zudem von einer hohen Dunkelziffer an illegalen Arbeitsmigranten ausgegangen, die insbesondere im Bereich der häuslichen (Pflege-)Arbeit tätig sind.