AHK Newsletter #3, Juni 2014

Inhalt

Neues aus der Kammer

Neues aus Israel

GTAI – Ausgewählte Berichte

Wussten Sie, dass...?  Zahlen und Fakten rund um Israel

Liebe Leserinnen und Leser,

an Kindern sieht man, wie schnell die Zeit vergeht. Unser Baby heißt Kont@kt, ist das jährliche Kammermagazin der AHK Israel und am 10. Juni schon wieder eine Ausgabe älter geworden. Im Kont@kt 2014 sprachen wir unter anderem mit Stefan Borgas, CEO von Israel Chemicals und Dr. Sven Dethlefs, COO des Pharmariesen Teva über deutsche und israelische Unternehmenskultur, beleuchten deutsch-israelische Wissenschaftskooperation und erläutern die deutsche Energiepolitik zwischen Versorgungssicherheit und Klimaschutzzielen. Einen Link zur PDF-Version des Kont@kts finden Sie auf unserer Homepage www.ahkisrael.co.il.

Noch aktueller als im Kont@kt sind wir mit diesem Newsletter, der Ihnen neben einem Überblick über die aktuellen Aktivitäten unserer Kammer auch spannende News und Trends aus Israel serviert. Wussten Sie z.B., dass Israel bei der Fußball-WM in Brasilien prominent vertreten ist? Nein, leider nicht auf dem Platz, aber hinter den Kulissen. Außerdem nehmen israelische Wissenschaftler und Ingenieure an einem Wettrennen zum Mond teil. Und ein israelisches Unternehmen hat den derzeit kleinsten Computer der Welt entwickelt. Über all das und weitere Themen lesen Sie mehr in dieser Ausgabe.


Statt in die Sommerpause zu gehen, steuern wir mit voller Kraft auf neue Aktivitäten zu. Mit BETATEC – dem Berlin Tel Aviv Technology & Entrepreneurship Committee – hat sich die AHK Israel der stärkeren Vernetzung der Hightech-Szene in Deutschland und Israel verschrieben. Lesen Sie mehr unter www.betatec.org.

Viel Spaß bei der Lektüre dieses Newsletter wünscht Ihre AHK Israel.

Neues aus der Kammer

AHK-Präsident Dr. Michael Federmann mit britischem Verdienstorden ausgezeichnet

Dr. Michael Federmann, Präsident der AHK Israel, ist von Königin Elisabeth II. anlässlich ihres Geburtstages in den Order of the British Empire im Range eines Commanders (CBE) aufgenommen worden. Bei der Auszeichnung handelt es sich um die höchste Ehre die ein Nicht-Brite erhalten kann. Federmann erhielt die Ehrung für seine Verdienste um die israelisch-britischen Wirtschaftsbeziehungen und hunderte Arbeitsplätze, die er mit seinem Unternehmen Elbit in Großbritannien geschaffen hat.  

Federmann ist ein überzeugter Anhänger der Idee, dass intensivere Wirtschaftsbeziehungen immer auch zu besseren Beziehungen allgemein führen. Bereits im Januar dieses Jahres war ihm für seine Verdienste um Freiberg als Hochtechnologie-Standort und damit auch um den Freistaat Sachsen das Ehrenbürgerrecht der Stadt Freiberg verliehen worden.


Dr. Michael Federmann, Commander of the Order of the British Empire

Personenverkehr in Israel – eine Chance für deutsche KMU

Unter dem Titel "Innovative Lösungen für den öffentlichen Verkehr“ fand vom 18. bis 22. Mai eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Geschäftsanbahnungsreise nach Israel statt. Den sieben teilnehmenden deutschen Firmen, allesamt kleine und mittelständische Unternehmen und akquiriert durch SBS systems for business solutions, bot die AHK Israel ein maßgeschneidertes Programm. Bereits vor Beginn der Reise ermöglichte eine branchenspezifische Zielmarktanalyse den Teilnehmern ein detailliertes Bild der Lage und möglicher Geschäftschancen in Israel. 


Dr. Shay Soffer, Chief Scientist des israelischen Transportministeriums, informierte über zukünftige Infrastrukturgroßprojekte.

Zur Begrüßung erhielten die Reiseteilnehmer vom Geschäftsführer der AHK Israel, Grisha Alroi-Arloser, und der Wirtschaftsreferentin der Deutschen Botschaft, Anke Popper einen Abriss der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Situation Israels. Im anschließenden Workshop trafen die deutschen Firmen im Dan Panorama Hotel Tel Aviv israelische Experten für Fragen des öffentlichen Transportwesens. Zu den mehr als 80 Teilnehmern zählten sowohl Vertreter der größten Verkehrsunternehmen des Landes als auch israelischer Planungsbehörden, darunter Dr. Shay Soffer, Chief Scientist des israelischen Transportministeriums. Dieser beschrieb in seiner Präsentation aktuelle Entwicklungen im öffentlichen Personenverkehr des Landes und skizzierte die wichtigsten mittel- und langfristigen Infrastrukturprojekte. Repräsentanten von Siemens und Bombardier beschrieben die Aktivitäten beider Firmen in Israel, während die deutschen Teilnehmer in Kurzpräsentation dem interessierten Publikum ihre Lösungen und Produkte vorstellten. Anschließend fanden erste individuelle Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit statt. 

Im weiteren Verlauf der Reise besuchten die deutschen Unternehmen potenzielle Geschäftspartner in ganz Israel. Einen Höhepunkt des Programms bildete dabei der Besuch der Jerusalemer Light Rail, dem Vorzeigeprojekt des israelischen ÖPNVs. Die Teilnehmer genossen eine Sonderfahrt auf der rund 14 km langen, einzigen Straßenbahnstrecke in Israel.


Vertreter der deutschen Firmen vor dem Depot der Jerusalemer Straßenbahn.

Die Präsentationen des Workshops finden Sie auf der Webseite der AHK Israel unter

http://israel.ahk.de/mediathek/praesentationen/

FPS Business Talk mit Teva und BETATEC

Deutsch-israelische Erfolgsgeschichten standen im Mittelpunkt des Business Talks, zu dem die Anwaltskanzlei FPS am 9. Juni ins Hotel Crowne Plaza Tel Aviv geladen hatte. Dr. Sven Dethlefs, Chief Operating Officer und damit erster Deutscher in der obersten Führungsriege bei Israels Pharmariese Teva, erläuterte den ca. 50 Gästen Tevas Wachstumsstrategie durch Firmenkäufe und Zusammenschlüsse mit anderen Unternehmen. In Dethlefs Zeit als General Manager von Teva Deutschland fiel der Erwerb von ratiopharm durch die Israelis im Jahr 2010. Durch den Kauf wurde Teva mit einem Schlag zu einem der drei größten Unternehmen für Arzneimittel in Deutschland. Ratiopharm habe Teva zu einem besseren Unternehmen gemacht, so Dethlefs. Zwar hätten nach dem Kauf beide Seiten zunächst einen kleinen Kulturschock durchlitten, dann jedoch hätten Deutsche und Israelis schnell die jeweiligen Vorteile beider Unternehmenkulturen, nämlich deutsche Planungsfähigkeit und israelische Kreativität, erfolgreich miteinander kombiniert.

Als zweiter Redner stellte Ex-SAP Israel Chef und AHK-Vizepräsident Mickey Steiner die Startup-Nation Israel vor. Laut Steiner finden sich die Zutaten für die Innovationsfähigkeit des Landes in dessen Kultur und Geschichte. Eine diversifizierte Gesellschaft, die ausgeprägte Diskussionskultur, der technologische Bedarf der israelischen Armee und ein Unternehmergeist, der von Risikobereitschaft und wenig Angst vor dem Scheitern geprägt ist, sind einige der Gründe, die Steiner für den wirtschaftlichen Erfolg des Landes ausmachte. 


Diskutierten über Israels Stärken (v.l.n.r.): Grisha Alroi Arloser, Mickey Steiner, Dr. Sven Dethlefs.

Verwundert zeigte Steiner sich über die eher geringe Präsenz deutscher Unternehmen in Israel. Während Amerikaner, Chinesen und Inder über den Kauf israelischer Unternehmen massiv Technologien erwerben, würden Deutsche und andere Europäer viele solcher Chancen verpassen. Als Vorsitzender von BETATEC, einer Initiative der AHK Israel zur Vernetzung der deutschen und der israelischen Hightech-Szene, will er zukünftig persönlich dazu beitragen, deutschen Unternehmen die herausragenden Geschäftschancen in diesem Bereich in Israel zu verdeutlichen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wies AHK-Geschäftsführer Grisha Alroi-Arloser noch auf das Ungleichgewicht des europäischen Handels mit Israel hin. „Israel kauft in Europa – und verkauft in den USA“ so Alroi. Dieses Ungleichgewicht abzumildern sei die Herausforderung der nächsten Jahre.

Vollstreckung von deutschen Gerichtsurteilen in Israel

Unser Kammermitglied, die Rechtsanwaltskanzlei Michael Pappe, über die Vollstreckung rechtskräftiger deutscher Entscheidungen in Israel:

Am 10. Juli 1977 unterzeichneten in Jerusalem Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und Israels den sehr detaillierten „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel über die gegenseitige Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen“, welcher am 01. Januar 1981 in Kraft getreten ist.

Gemäß des Vertrages werden die Entscheidungen der Gerichte, in Zivil- und Handelssachen, in dem anderen Vertragsstaat anerkannt und vollstreckt, soweit die in dem Vertrag vorgesehenen Bedingungen gegeben sind (Art. 1 des Vertrages). Mit Ausnahme von u.a. Ehesachen und Entscheidungen auf dem Gebiet des Erbrechts, werden die Entscheidungen der deutschen Gerichte in Israel anerkannt, soweit sie nicht mehr mit ordentlichen Rechstmitteln angefochten werden können. Art. 5 des Vertrages sieht Versagungsgründe hinsichtlich der Anerkennung der Entscheidungen in Israel vor.

Interessant für die Vollstreckung der rechtskräftigen deutschen Entscheidungen in Israel, ist der dritte Abschnitt des Vertrages. Art. 10 sieht vor, dass die Entscheidung der Gerichte zur Zwangsvollstreckung in Israel zuzulassen ist, wenn sie in Deutschland vollstreckbar und in Israel anzuerkennen sind. Der Antrag, die Vollstreckung zuzulassen ist an jedes autorisierte Gericht in Israel zu richten.

Art. 15 des Vertrages sieht vor, welche Nachweise, d.h. Unterlagen die Partei, die die Zulassung zur Zwangsvollstreckung beantragt, beibringen muss. Notwendig sind danach:

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Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Neues aus Israel

Israel heiß umworben in aller Welt

Israel mag auf der Landkarte nur ein kleines Land sein – in den Plänen zur Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen vieler Regierungen weltweit spielt es jedoch eine große Rolle und ist als Partner heiß umworben. Hier nur einige Beispiele unterschiedlicher Aktivitäten aus verschiedenen Ländern:

Chinesische Unternehmen und Fonds investieren Milliarden in israelische Firmen, sowohl etablierte Unternehmen als auch Startups. Im Mai wurde z.B. bekannt, dass der Shanghaier Milchprodukt-Riese Bright Food eine Mehrheit am größten israelischen Nahrungsmittelkonzern Tnuva übernimmt. Die Regierungen beider Länder haben außerdem Handelserleichterungen beschlossen und ausgewählte Universitäten beider Länder kooperieren miteinander. Und in Changzhou nahe Shanghai soll eigens eine auf Israelis zugeschnittene Sonderwirtschaftszone eingerichtet werden – komplett mit Synagoge und koscheren Restaurants.

Der neue indische Premierminister Narendra Modi hat in seiner bisherigen Funktion als oberster Minister der Provinz Gujarat sehr aktiv israelische Unternehmen umworben und für große Ausschreibungen in der Region gewinnen können. Israelische Unternehmen aus den Bereichen Pharma, IT und Greentech haben sich dort angesiedelt. Es wird erwartet, dass er auch als indischer Regierungschef intensiven Kontakt zur israelischen Wirtschaft sucht – und sich von den Chinesen nicht die Butter vom Brot nehmen lässt.

In den USA werben allein schon einige Bundesstaaten stärker um israelische Startups und die Köpfe dahinter, als manche Länder in Europa dies tun. Massachusetts brachte vor kurzem im Rahmen der sogenannten MassChallenge mehr als 60 Unternehmen verschiedenster Branchen von High Tech über Clean Tech bis Life Sciences nach Tel Aviv – es war die größte Handelsmission nach Israel aus den USA jemals. Und auch der Gouverneur von Georgia kommt dieser Tage mit einer Unternehmerdelegation und nimmt sich gleich eine ganze Woche Zeit für die Pflege der Wirtschaftsbeziehungen zu Israel. Daneben haben mehrere US-Accelerators Preise ausgelobt, um gezielt israelische Startups anzulocken. Allein in Massachusetts winken Millionen in Cash, Beratung durch Business-Profis, gratis Büroflächen, Rechtsberatung und der Zugang zu weiteren Finanzierungsquellen.

Auch aus Deutschland haben sich für die nächsten zwölf Monate bereits vier Ministerpräsidenten und/oder Wirtschaftsminister angekündigt, begleitet von Unternehmern und Unternehmerinnen aus dem jeweiligen Bundesland. Die AHK Israel freut sich auf Delegationen aus Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Sichere FIFA Fußball-WM 2014 in Brasilien mit israelischen Systemen

Israels Nationalmannschaft wird bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien nicht dabei sein. Bei der Organisation des Großereignisses spielt Israel aber ganz vorne mit: Sicherheitsfirmen aus dem High-Tech-Land Israel sind bei technologischen Neuerungen wegweisend und haben die Bedürfnisse und Herausforderungen der WM-Organisatoren erkannt.

Die Risco-Gruppe verkündete kürzlich die Fertigstellung eines Steuerungs- und Kontrollsystems für eines der zwölf WM-Stadien, die Arena Patanal in Cuiabá. Die bis zu 44.000 Zuschauer im Stadion werden durch modernste Technik der Firma geschützt. Die Betreiber des Systems werden verschiedene Sicherheitsaufgaben simultan verwalten können und selbst die Sicherheitszonen der Eingangsbereiche, das Pressezentrum, die Mannschaftskabinen und sogar die Beleuchtung zentral steuern. 


Sicherer Stadionbesuch dank israelischer Technologie. © Brasilianische Regierung.

Die FIFA hat das israelische Einlasskontrollsystem getestet und genehmigt, mit welchem hunderte Tore, Türen und Drehkreuze kontrolliert werden. Nach Angaben von Globes hat dieser Auftrag einen Wert von zwei Millionen US-Dollar. Risco ist seit drei Jahrzenten im Sicherheitsgeschäft aktiv und produziert zu 95 Prozent für den Auslandsmarkt, allen voran für Europa. Das Unternehmen hat 13 weltweite Standorte und 700 Angestellte.

Auch der Sicherheitsriese Elbit Systems wird zum Schutz der FIFA WM beitragen. Drohnen der Firma werden für die brasilianische Luftwaffe im Einsatz sein und unter anderem größere Ansammlungen überwachen.

Eine halbe Million Fußballfans aus aller Welt werden im kommenden Juni zur FIFA Weltmeisterschaft in Brasilien erwartet. Brasiliens Regierung gibt fast eine Milliarde US-Dollar für Sicherheitsmaßnahmen aus, um Terrorangriffen und Gewalt vorzubeugen.

Quelle: itrade.gov.il/germany/sichere-fifa-fusball-wm-2014-brasilien-mit-israelischen-systemen/

Schließen Sie sich SpaceILs Mission zum Mond an!

Ein israelisches Raumfahrzeug auf dem Mond? Klingt verrückt, ist aber wahrscheinlicher, als man denken mag. Die Inititiative SpaceIL nimmt an der Google Lunar X Prize Challenge teil, einem Wettbewerb, der private Teams mit einem Preisgeld von 20 Millionen US$ dazu ermuntert, ein unbemanntes Fahrzeug auf den Mond zu senden. SpaceIL ist eine von 18 teilnehmenden Gruppen – und zählt zu den Favoriten, diese Herausforderung als erste zu meistern.

Bemerkenswert ist, dass die Motivation hinter SpaceIL nicht das den Siegern winkende Prestige oder Preisgeld ist. Den drei jungen Ingenieuren hinter dem Projekt, Yariv Bash, Kfir Damari und Yonathan Weintraub, geht es nach eigener Auskunft darum, Schüler und Studenten für die Wunder von Wissenschaft und Technologie zu begeistern. 


Das Team von SpaceIL mit dem Prototypen dem Raumfahrzeugs. © SpaceIL

SpaceIL erfährt bei dieser Mission die Unterstützung durch die Israel Space Agency, die Präsidenten des Weizmann Instituts und der Tel Aviv Universität, von Israel Aerospace Industries und des Kommunikationskonzerns Bezeq. Auch Ex-Präsident Shimon Peres steht hinter der Initiative.

SpaceIL hat sich nichts Geringeres zum Ziel gemacht, als das kleinste und klügste Raumfahrzeug der Welt auf die Reise zum Mond zu schicken. Das Gefährt ist nicht größer als eine Spülmaschine und besteht zu 80% aus dem Tank für den für die lunare Reise benötigten Treibstoff. Die Tankfüllung kostet 500.000 US$, daher hat SpaceIL eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Für jede der 240.000 Meilen bis zum Mond soll ein Dollar gesammelt werden. Aber auch nicht-monetäre Unterstützung ist willkommen: jeder kann sich gratis auf die Liste der Mitglieder dieser privaten Mondmission setzen lassen.

Quelle: http://www.spaceil.com/

Derzeit kleinster Computer der Welt kommt aus Israel

CuBox-i, ein nur 5x5x5 cm großer Computer, wird vom israelischen Unternehmen SolidRun für gerade einmal 40,- Euro vertrieben. Das nur 91 Gramm leichte Gerät ist natürlich kein Ersatz für ein Notebook oder ein Pad. Die CuBox, die Wifi und ein eingebautes Betriebssystem mitbringt, soll vielmehr die heimische Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, etc. ins Internet der Dinge bringen.

Heimautomatisierung ist einer der heißesten Trends derzeit. Dabei geht es nicht nur darum, Audio oder Video in mehrere Räume zu übertragen. Auch Türen, Klimaanlagen, Lampen oder Rollos werden zukünftig miteinander kommunizieren und automatisiert sein.

Die beiden Köpfe hinter SolidRun, CEO Kossay Omary und CTO Rabeeh Khoury, haben sich schon als Studenten am renommierten Technion, der technischen Universität in Haifa, kennen gelernt. Beide sind Israelis arabischer Herkunft. Ihre Angestellten sind je zur Hälfte arabisch und jüdisch. Damit ist SolidRun ein Musterbeispiel für eine gelungene Integration arabischer Israelis in die israelische Wirtschaft und Gesellschaft.

Quelle: http://israel21c.org/technology/a-two-inch-computer-for-55/

GTAI – Ausgewählte Berichte

Aktuelle Trends aus Israel

Von Wladimir Struminski

 

PKW-Bestand wächst schneller

Im Jahr 2013 ist die Zahl der in Israel zugelassenen Kfz nach Angaben des Zentralamts für Statistik um 3,2% auf 2.851.000 gestiegen. Diese Wachstumsrate war etwas schneller als im Vorjahr, in dem der Kfz-Bestand um 2,9% gewachsen war. Dabei nahm die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge 2013 um 3,7% auf 278.000 zu, während die Zahl ausgemusterter Kfz mit 189.000 nahezu unverändert blieb.

Das Wachstum des Kfz-Bestandes war den Pkw zu verdanken: Deren Bestand stieg 2013 um 4,1%. Dagegen nahm der Lkw-Bestand um 2,0% ab. Der Anteil der Pkw an der Gesamtzahl zugelassener Fahrzeuge erhöhte sich auf 82,0%.

Auch in der mittleren Frist dürfte das relative Gewicht der Pkw zunehmen. Grund dafür ist ein hoher Bedarf der Israelis an individueller Mobilität, der beim gegenwärtigen Motorisierungsniveau nicht ausreichend gedeckt ist. Im Jahr 2013 waren in Israel 350 Kfz beziehungsweise 287 Pkw je 1.000 Einwohner zugelassen. Unter diesen Umständen werden Israels Verbraucher künftiges Wohlstandswachstum in hohem Maße für den Erwerb fahrender Untersätze nutzen. Unter Beibehaltung der heutigen Zuwachsraten wird der Kfz-Bestand im Jahr 2016 die Drei-Millionen-Marke überschreiten.

Ende 2012 stammten 33,7% aller zugelassenen Kfz aus Japan. Damit war Japan das bei weitem wichtigste Herkunftsland israelischer Fahrzeuge, doch ging sein Anteil zum vierten Mal in Folge zurück. Grund dafür ist vor allem der Erfolg koreanischer Marken, deren Anteil an Neuzulassungen hauptsächlich zu Lasten der japanischen Konkurrenz geht.

Der deutsche Anteil am israelischen Kfz-Bestand erhöhte sich 2013 zum zweiten Mal in Folge und erreichte 7,5% gegenüber 7,3% im Vorjahr. In absolute Zahlen umgerechnet heißt das, dass die Zahl deutscher Wagen auf israelischen Straßen von 202.000 auf 214.000 und damit um 5,9% zunahm.

Mehr Flugverbindungen von und nach Israel

Israel ist mit der Entwicklung des Flugverkehrs mit der EU zufrieden. Im Mai 2014 erklärte das israelische Verkehrsministerium, im Sommer dieses Jahres liege die Zahl der nach und ab Israel angebotenen Linienflüge um 20% über dem Stand vom Sommer 2013. Dies sei auf die erfolgreiche Durchführung des ersten Stadiums des 2013 geschlossenen Luftverkehrsabkommens zwischen Israel und der EU zurückzuführen.

In der Sommersaison 2014 verfügen 62 ausländische und drei israelische Luftfahrtgesellschaften über eine Genehmigung der israelischen Zivilluftfahrtbehörde, Linienflüge auf Israelstrecken anzubieten. Eine Reihe ausländischer Gesellschaften, so das Verkehrsministerium, habe die Zahl ihrer Israel-Flüge erhöht. Dazu gehörten unter anderen die deutschen Marktteilnehmer Lufthansa und Air Berlin sowie easyJet, Alitalia, Turkish Airlines, Pegasus und Brussels Airlines.

Es gebe aber nicht nur mehr Flüge, sondern, so das israelische Ressort, auch mehr Wettbewerb. Das lasse sich an der gestiegenen Zahl von Destinationen ablesen, ab denen mehr als zwei Airlines nach beziehungsweise ab Israel fliegen. Während es im vergangenen Sommer 13 solche Ziele gegeben habe, liege ihre Zahl im Sommer 2014 bei 17 Flughäfen, darunter auch Berlin und München.

Die dank des europäisch-israelischen Abkommens mögliche Expansion der Flugverbindungen ist mit diesen Zahlen aber noch nicht abgeschlossen. Vielmehr wurde das Wachstumspotenzial des Luftverkehrs zwischen der EU und Israel nach Schätzung des israelischen Verkehrsministeriums bisher nur zu einem Drittel ausgeschöpft.

Im Jahr 2012 beförderten ausländische Luftfahrtgesellschaften 61,1% aller Fluggäste auf Strecken zwischen Israel und anderen Ländern, während auf israelische Airlines 31,1% des Fluggastaufkommens entfielen. Mit dem neuen Abkommen erwächst der israelischen Luftverkehrsbranche auf Europa-Strecken mehr Konkurrenz, nicht zuletzt durch Low-Cost-Fluggesellschaften. Die israelischen Unternehmen versuchen, sich an die neue Situation anzupassen. Unter anderem bietet die größte israelische Airline, El Al, inzwischen selbst Low-Cost-Flüge an.

Wartungszentrum für Tel Aviver Bahnen und Investitionen in Verkehrssicherheit

Ende Mai wurde die Ausschreibung für ein Wartungs- und Betriebszentrum des im Bau befindlichen U-Bahn-/S-Bahn-Netzes im Ballungsraum Tel Aviv mit der Wahl eines Siegers abgeschlossen. Den Zuschlag erhielt das israelische Bauunternehmen Solel Boneh, Teil des Infrastruktur- und Baukonzerns Shikun & Binui. Die Ausschreibung war von der staatseigenen Firma NTA Metropolitan Mass Transit System veröffentlicht worden. Sie ist für das Tel Aviver Bahnnetz zuständig.

Das neue Zentrum entsteht in der Stadt Petah-Tikva, rund 12 km landeinwärts von Tel Aviv und damit am östlichen Rande des geplanten Streckennetzes gelegen. Es soll ein Wartungs- und Reparaturdepot, eine Kontrollzentrale und ein Verwaltungsgebäude umfassen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Globes wird der Auftragswert auf umgerechnet rund 140 Mio. US$ geschätzt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich dreieinhalb Jahre dauern.

Unterdessen plant NTA eine Ausschreibung für den Bau von Tunneln und Untergrundstationen für die erste Strecke des künftigen Schienennetzes. Die Inbetriebnahme der Strecke, der sogenannten roten Linie, ist nach zahlreichen Verzögerungen für 2021 geplant.

Im Jahr 2014 investiert Israel rund 500 Mio. Neue Schekel (NIS, rund 145 Mio. US$) in verkehrstechnische Lösungen zur Entschärfung der schlimmsten Gefahrenstellen im landesweiten Verkehrsnetz. In den kommenden Jahren soll das Programm fortgesetzt werden. Das teilte das Verkehrsministerium mit.

Rund 60% der für 2014 für bessere Sicherung gefährlicher Stellen bestimmten Mittel - 300 Mio. NIS - fließen in den innerstädtischen Verkehr. Unter anderem werden im Rahmen des innerstädtischen Programms in mehreren Dutzend Kommunen Straßenkreuzungen neugestaltet und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung an Einrichtungen wie Schulen oder Gemeindezentren ergriffen.

Für das Programm zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Überlandstraßen stehen 2014 rund 200 Mio. NIS zur Verfügung. Dieses Programm erfasst Kreuzungen und Straßenstellen, die in Zusammenarbeit mit der Technologischen Universität in Haifa, dem Technion, als besonders gefährlich eingestuft wurden.

Quelle: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=1027422.html?channel=alert_channel_gtai_1

Wussten Sie, dass ... – Fakten und Zahlen rund um Israel

... Israel pro Kopf die höchste Anzahl von Startup-Unternehmen, Universitätsabschlüssen Museen und Stränden hat? Was für eine verlockende Kombination!

Quelle: http://www.buzzfeed.com/h2/osmo/rethinkisrael/facts-about-israel-that-will-surprise-you

 

... Israel in einem Ranking zur wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit des International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne unter 60 Ländern in den Kategorien Innovation, Unternehmertum, Cyber-Security und Forschung & Entwicklung als Nummer eins gelistet wurde?

Quelle: http://www.imd.org/wcc/news-wcy-ranking/

 

... die Ratingagentur Fitch jüngst Israels gute Note “A” bestätigt hat? Auch die Aussichten bewertet Fitch positiv und hebt insbesondere die Anstrengungen der israelischen Regierung hervor, stabile steuerliche Bedingungen zu schaffen und das Haushaltsdefizit zu senken.

Quelle: http://www.financeisrael.mof.gov.il/FinanceIsrael/pages/En/PressReleases/NewRelease.aspx?pr=20140609