AHK Newsletter #3, August 2015

Inhalt

Neues aus der Kammer

Neues aus Israel

Neues aus Deutschland

GTAI – Ausgewählte Berichte

Wussten Sie, dass...?  Zahlen und Fakten rund um Israel

Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesem Newsletter melden wir uns aus der Sommerpause zurück, in die wir uns nach dem dreitägigen Event „Made in Germany“ Ende Juni in Tel Aviv verabschiedet hatten. „Made in Germany“ war Ausstellung, Messe, Workshops und Konferenzmarathon in einem und feierte die wirtschaftliche Seite von 50 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Und das mit großem Erfolg: fast 40 Aussteller und über 3.000 Besucher, ein Bundesminister, ein israelischer Minister und eine Parlamentarische Staatssekretärin zur Eröffnung, dazu großes Presseecho und viele, viele positive Rückmeldungen von allen Beteiligten. Insbesondere die historische Ausstellung innerhalb von „Made in Germany“ zur Geschichte deutscher Marken in Israel erntete großes Lob. Einige Impressionen von den vielfältigen Events rund um „Made in Germany“ finden Sie weiter unten.

Wir richten aber den Blick bereits wieder nach vorn, auf einen arbeitsreichen Herbst in dem wir u.a. Wirtschaftsdelegationen aus Berlin, Potsdam und Thüringen erwarten, dazu eine Geschäftsanbahnungsreise zur Sanierung des Bauhausbestandes in Tel Aviv. Außerdem werden wir Ende Oktober die 3. Ausgabe der Asher-Ben-Natan Konferenz durchführen. Genauere Informationen können Sie in den kommenden Ausgaben des Newsletters lesen.

Um für die anstehenden Aufgaben gut gewappnet zu sein, haben wir uns verstärkt: Eva Chlebowski, die uns schon während der Vorbereitungen zu „Made in Germany“ unterstützt hat, gehört nun fest zum Team der AHK Israel. Herzlich Willkommen!

Was uns sonst in den letzten Wochen bewegt hat, darüber lesen Sie in diesem Newsletter.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihre AHK Israel.


Weitere Bilder von „Made in Germany“ finden Sie hier: https://www.flickr.com/photos/118685893@N07/albums

Neues aus der Kammer

Hannelore Kraft besucht die Startup-Nation

Im Rahmen ihres Israel-Besuches Anfang August organisierte die AHK Israel für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einen Blick hinter die Kulissen der Startup-Nation Israel. Auf dem Programm von Kraft stand zunächst ein Besuch der „Library“, ein von der Stadt Tel Aviv betriebener Co-Working Space im Shalom Meir Tower im Herzen der Stadt. Dort erörterte Eytan Schwartz, persönlicher Referent des Bürgermeisters von Tel Aviv, die verschiedenen Unterstützungsangebote der Stadt für Gründer und junge Unternehmen. Auch mit jungen Unternehmern kam Kraft ins Gespräch und konnte sich von deren innovativen Ideen überzeugen.

Im Anschluss folgte ein Gespräch mit Yahal Zilka, Mitbegründer der Beteiligungsgesellschaft „Magma Ventures“, über den Wandel Israels von der Agrar- zur Startup-Nation und die Bausteine für diesen erfolgreichen Prozess. Zilka benannte insbesondere das hohe Bildungsniveau in den Fächern Mathematik und IT, die hohen Investitionen Israels in Verteidigungstechnologie, die Präsenz der zahlreichen Entwicklungszentren multinationaler Konzerne in Israel und nicht zuletzt kulturelle Faktoren als Gründe.

Den Abschluss des Nachmittages bildete eine von der AHK-Initiative BETATEC organisierte Gesprächsrunde mit Vertretern der israelischen Hightech-Branche und Repräsentanten deutscher Unternehmen in Israel. 


Eytan Schwartz, zuständig für internationale Beziehungen bei der Stadt Tel Aviv, erläutert NRW-Ministerpräsidentin Kraft die Anstrengungen der Stadt, ein fruchtbares Gründerklima zu schaffen. Foto: Land NRW/M. Gemmer

Kraft mit den Teilnehmern des Roundtables bei der AHK Israel/BETATEC. Foto: Land NRW/M. Gemmer

Unter anderem ging es um die Frage, was ausländische Unternehmen zur Gründung von Forschungs- und Entwicklunsgzentren in Israel bewegt und was internationale Tech-Scouts in Israel suchen und finden. Ein enger Mitarbeiter der Ministerpräsidentin resümierte nach dem Treffen: „Israelische Startups können Unternehmen in Nordrhein-Westfalen helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und ihren Wettbewerbsvorsprung zu verteidigen.“

AHK Israel und BVDW schließen Kooperationsabkommen

Mit dem Ziel einer engeren Zusammenarbeit haben die AHK Israel und der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) Anfang Juli ein Kooperationsabkommen geschlossen. Der BVDW repräsentiert künftig die AHK Startup-Initiative BETATEC (Berlin Tel Aviv Technology und Entrepreneurship Committee) in Deutschland, während die AHK als israelischer Arm des BVDW fungiert. 


Besiegeln die neue Partnerschaft: AHK Israel-Geschäftsführer Grisha Alroi, BETATEC-Vorsitzender Mickey Steiner und Stephan Reinders, Leiter Vertrieb und Marketing beim BVDW (v.l.n.r.)

Gemeinsam soll es gelingen, die Startup-Ökosysteme in Israel und Deutschland besser zu vernetzen und Unternehmen des deutschen Mittelstandes dabei zu helfen, die Herausforderungen der vierten Industriellen Revolution mit Hilfe deutscher und israelischer Technologien und Services zu bewältigen. Der BVDW richtet einen BETATEC-Desk ein, dessen Aufgaben vom Leiter für Vertrieb und Marketing, Stephan Reinders, wahrgenommen werden. An der AHK Israel vermittelt BETATEC-Projektmanager Gregor Schlosser die Interessenvertretung der Unternehmen der Digitalen Wirtschaft durch den BVDW in Israel.

Gemeinsame Informationsveranstaltungen und Konferenzen sollen die neue Partnerschaft zusätzlich mit Leben füllen.

Erste Teilnehmer am New Kibbutz-Programm starten Praktika in Israel

Das Programm „New Kibbutz“, eine Gemeinschaftsinitiative der AHK Israel, der Bayerischen Landesregierung und des Generalkonsulat des Staates Israel in München, vermittelt deutsche Studierende als Praktikantinnen und Praktikanten in israelische Unternehmen. Dies können sowohl Startups als auch reifere Firmen sein. Nach dem Bewerbungsschluss für die erste Runde Anfang Juni fand in der Zwischenzeit das Matching zwischen den Bewerberinnen und Bewerbern und den Unternehmen statt. Insgesamt 19 Studierende werden in der ersten Runde des „New Kibbutz“ zwischen August 2015 und April 2016 für zwei bis 6 Monate ihr Praktikum bei 16 unterschiedlichen Firmen absolvieren.


BETATEC-Projektmanager Gregor Schlosser (2.v.l.) und AHK-Praktikantin Rebecca Beerman (3.v.l.),mit Simon Nüesch, Nathalie Kadzioch und Robert Feldmann, den ersten Teilnehmern am „New Kibbutz“ (v.l.n.r.)

Die ersten drei Studierenden sind Mitte August eingereist. Robert Feldmann von der TU München wird beim israelischen Arzneimittelhersteller Teva in Kfar Saba zwei Monate lang helfen, Produktionsprozesse zu optimieren. Nathalie Kadzioch von der Universität Bamberg hospitiert drei Monate lang im Marketing des Startups TapReason in Caesarea. Und Simon Nüesch, ebenfalls TU München, wird Aufgaben bei Terralab Ventures übernehmen, einem Inkubator mit Sitz in Tel Aviv und Yokne’am.

Teilnehmer am Programm New Kibbutz können eine Förderung der Reise- und Lebenshaltungskosten von der Bayerischen Landesregierung und vom Generalkonsulat erhalten. Die AHK Israel kümmert sich um das notwendige Visum, unterstützt bei der Suche nach einer Unterkunft, vernetzt die Praktikantinnen und Praktikanten untereinander und steht als Anlaufstelle vor Ort zur Verfügung.

Weitere Infos unter http://www.betatec.org/the-new-kibbutz/

AHK Israel ist EXIST-Botschafter in Israel

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt mit dem Programm EXIST seit über einem Jahrzehnt in Deutschland Gründerteams aus dem Umfeld von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Mit „EXIST Startup Germany“, einem speziell auf Israel zugeschnittenen Ableger des Programms, will die Bundesregierung nun israelische Gründer in die deutsche Hauptstadtregion holen. Ziel des Programms ist es, die deutsch-israelische Zusammenarbeit in den Bereichen Startups, Innovationen und Wissenschaft zu stärken.

Die AHK Israel und StarTau, das Gründerzentrum der Universität Tel Aviv, werden ab dem Herbst das Programm an den israelischen Universitäten und Gründerzentren bekannt machen und bei der Antragstellung helfen. Bis zu 30 Teams von bis zu vier Gründern sollen mit Hilfe von EXIST in den nächsten 24 Monaten in Berlin und Potsdam ihre Startup-Ideen weiterentwickeln. Die Teams werden in bestehende EXIST-Netzwerke integriert, erhalten für ein Jahr sämtliche Lebenshaltungskosten erstattet und dazu Mentoring und Büro- bzw. Laborräume.  


EXIST Startup Germany wurde Ende Juni im Rahmen von „Made in Germany“ in Tel Aviv vorgestellt. Foto: Florian Uhl, CfE

Am Ende der Jahres soll im Idealfall ein erfolgreicher EXIST-Projektantrag für eine Anschubfinanzierung von bis zu 150.000 Euro stehen.

EXIST Startup Germany ist ein Pilotprojekt, das bei erfolgreichem Verlauf auch auf weitere EXIST-Regionen in Deutschland sowie weitere Partnerländer ausgeweitet werden soll. In Deutschland wird das Projekt unter Federführung der TU Berlin organisiert.

Weitere Informationen unter http://existstartupgermany.com/

Neues aus Israel

Beer Sheva – Israels Cyber-Hauptstadt

Beer Sheva, 105 km südlich von Tel Aviv, entwickelt sich immer mehr zu einem Zentrum von Wissenschaft und High-Tech. Die dortige Ben-Gurion Universität, weitere Fachhochschulen und das Krankenhaus haben einen exzellenten Ruf. Bisher suchen Studierende dennoch in der Regel nach ihrem Abschluss nach einer Karriere im Zentrum oder im Norden des Landes und verlassen die Stadt. Das ändert sich nun allmählich.

Ein Grund dafür ist der High-Tech-Park Gav-Yam Negev ATP (Advances Technology Park), der direkt neben der Universität angesiedelt ist. Hier arbeiten Regierung, Universität und Unternehmen eng zusammen um Technologie, Innovation und Spitzenforschung voranzutreiben. Viele multinationale Unternehmen wie die Deutsche Telekom AG, EMC, Lockheed Martin, Oracle oder IBM unterhalten bereits Büros hier. Und der angehsehene JVP Venture Capital Fund hat seinen eigenen Cyber Labs Inkubator vor Ort. Die Global Technology Emerging Markets Studie 2015 zeichnet Beer Sheva sogar als eine von sieben Top-Städte für High-Tech und Innovation weltweit aus.

Der größte Schritt, um Beer Sheva zu einen echten Cyber-Tech-Hub zu verwandeln, ist der bevorstehende Transfer von Einheiten der israelischen Armee aus dem Großraum Tel Aviv. Die Armee plant rund 20.000 Soldaten bis zum Jahr 2021 in den Süden zu verschieben. Und die ansässigen internationalen Unternehmen signalisieren bereits Interesse, die technisch sehr gut ausgebildeten Soldaten nach deren Armeedienst einzustellen. Insgesamt werden bis zum Jahr 2025 10.000 zusätzliche Hightech-Mitarbeiter in Beer Sheva erwartet, überwiegend im Bereich Cybersecurity.


Der Campus der Ben-Gurion Universität in Beer Sheva, Foto: Dani Machlis/BGU

"Beer Sheva wird nicht nur die Cyber-Hauptstadt Israels, sondern auch weltweit einer der wichtigsten Plätze im Cybersektor sein", erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits im Januar 2014. Das Ökosystem in Beer Sheva vereine Regierung, Armee, Wissenschaft und unternehmerische Interessen in unmittelbarer Nähe zueinander und hebe sich so weltweit von anderen Standorten ab. 

Der ATP hat bereits Wirkung auf Beer Sheva gezeigt: Es gibt eine 20-prozentige Steigerung der Zahl der Absolventen der Ben Gurion Universität, die entschieden haben nach ihrem Studium in der Wüstenstadt Beer Sheva, zu bleiben.

Quelle: http://www.israel21c.org/beersheva-goes-cyber/

Achte deutsch-israelische Ausschreibung für gemeinsame F&E-Projekte


Deutschland und Israel haben bereits zum achten Mal eine Ausschreibung für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E-Projekte) veröffentlicht. 

Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren in allen technologischen Bereichen und Anwendungsgebieten. Es wird erwartet, dass die Antragsteller marktreife Lösungen für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren entwickeln, die über ein großes Marktpotenzial für Deutschland, Israel und Europa verfügen. Die Projektpartner bewerben sich um die Auszeichnung des F&E-Projekts mit dem EUREKA-Status, dem Label des europaweiten Netzwerks für marktorientierte F&E.

ISERD – die ministeriumsübergreifende Israelische Abteilung für Zusammenarbeit mit der EU im Forschungsbereich und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ermöglichen den Zugang zu öffentlichen Fördermitteln für gemeinsame Projekte von Seiten des OCS (Büro des Beauftragten für Wissenschaft des Ministeriums für Wirtschaft, Israel) beziehungsweise des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des BMWi.

Weitere Informationen gibt es unter www.eureka.dlr.de

Neues aus Deutschland

Israelische Schülerfirma in Deutschland erfolgreich

Mit einem speziellen Geschirr um Kleinkinder sicher auf den Schultern zu tragen ohne diese festhalten zu müssen, hat die Schülerfirma „Graffiti“ aus Israel den dritten Platz beim Nachwuchwettbewerb JA Europe gewonnen. Mit ihrem „Sit up“ genannten Produkt, das die Schüler in ihrer Heimat bereits erfolgreich verkaufen, begeisterten die Israelis die Jury, die sie hinter einem deutschen und einem lettischen Team aufs Podium wählte.

„Graffiti“ ist ein Social Tech-Unternehmen, deren Produkt in der israelischen Stadt Hadera von Menschen mit Behinderung hergestellt wird. Die israelischen Schüler hatten sich zunächst in einer nationalen Vorauswahl durchgesetzt, um Anfang August am 3-tägigen Finale mit Teams aus 37 europäischen Ländern in Berlin teilnehmen zu dürfen. Als Preis erhalten „Graffiti“ ein Coaching durch erfolgreiche Unternehmer und Hilfe bei der Markteinführung von „Sit-up“ in weiteren Ländern.


Das Team von Graffiti demonstriert seine preisgekrönte Erfindung „Sit Up“, Foto: JA Europe

Quelle: http://www.israel21c.org/israeli-teens-win-third-place-in-european-startup-contest/

GTAI – Ausgewählte Berichte

Israels Bahn kauft deutsche Lokomotiven

Von Wladimir Struminski

Die israelische Eisenbahngesellschaft Israel Railways hat die kanadische Firma Bombardier Transportation zum Sieger der Ausschreibung für die Lieferung von 62 E-Loks erklärt. Der Wert des Auftrags, so die Bahngesellschaft, belaufe sich auf rund 1 Mrd. Neue Schekel (NIS, nach dem aktuellen Wechselkurs rund 260 Millionen US$). Über den nunmehr erteilten Zuschlag hinaus, behält sich die Bahngesellschaft die Option vor, 32 weitere Loks zu ordern.

Wie die Bahn mitteilte, handelt es sich um Lokomotiven des Typs Traxx mit einer Leistung von 6 MW. Die Loks sind in der Lage, bis zu acht Doppelstockwagen beziehungsweise zwölf Einstockwagen mit 1.400 Fahrgästen, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zu ziehen. Wie Bombardier Israel gegenüber Germany Trade and Invest erklärte, werden die Lokomotiven im Bombardier-Werk in Kassel produziert.

Bei der Ausschreibung konnte sich Bombardier gegen Alstom sowie die chinesischen Firmen CSR und CNR durchsetzen. Die Ausschreibung war Teil eines Großprojekts, in dessen Rahmen 420 Streckenkilometer des israelischen Bahnnetzes elektrifiziert werden. Der Gesamtwert des Elektrifizierungsprojekts wird mit 13,7 Mrd. NIS ( rund 3,6 Mrd. US$) beziffert.

Die bestellten 62 Lokomotiven sollen 2017 geliefert werden. Die Bahn bereitet auch eine Ausschreibung für den Erwerb von Doppelstocktriebwagen mit Elektroantrieb vor. Ferner werden 294 Einstockwagen, die sich bereits im Besitz von Israel Railways befinden, für den Elektroantrieb umgerüstet.

Quelle: http://goo.gl/UdU9kv

 

Tel Aviv führt Israels Fahrradboom an

Von Wladimir Struminski

Im Juli 2015 kündigte das israelische Verkehrsministerium den großangelegten Bau von Radwegen im Ballungsraum Tel Aviv an. Daneben sollen die mindestens 3 m breiten Radwege in 16 weiteren Städten entstehen und ein durchgehendes Netz von 150 km Gesamtlänge schaffen. Die erste der insgesamt zehn geplanten Strecken soll 2016, die letzte 2018 eröffnet werden. Entlang der Radstrecken sollen Rastplätze für Radfahrer errichtet werden. Die Durchführung des Projekts wurde zwei staatlichen Unternehmen übertragen: der für das geplante Tel Aviver S-Bahn Netz zuständigen Firma N.T.A. sowie die für die Stadtautobahn verantwortliche Netivey Ayalon.

Von den neuen Radwegen erhofft sich das Verkehrsministerium eine Entlastung des Verkehrs in dem dicht besiedelten Ballungsraum sowie erhöhte Sicherheit für Radfahrer, die sich heute die Straßen großenteils mit Kraftfahrzeugen teilen müssen. Das Verkehrsministerium will auch Kommunen im Ballungsraum Tel Aviv ermutigen, innerstädtische Radwege zu bauen.

Tel Aviv ist die israelische Großstadt mit dem höchsten Nutzungsgrad von Fahrrädern. Laut einer im November 2014 durchgeführten Umfrage sind 37% aller Stadtbewohner Radfahrer. Für 16% der Tel Aviver war das Fahrrad 2014 das einzige Beförderungsmittel, mit dem sie zur Arbeit fuhren: eine deutliche Steigerung gegenüber 2012, als der entsprechende Anteil bei nur 10% lag.

Diese relativ hohen Werte wurden trotz schwerwiegender Infrastrukturmängel erzielt. Neben ungenügender Radwege wird auch die fehlende Möglichkeit beklagt, Fahrräder an überwachten Plätzen abzustellen. Die Diebstahlquote ist hoch: Einer Schätzung zufolge wurden 2014 in Tel Aviv 27.000 Fahrräder gestohlen. Das entsprach rund einem Viertel des in der Stadt verzeichnenden Gesamtbestands. Ein Ausbau der für den Radverkehr bestimmten Infrastruktur würde der Fahrradnutzung kräftige Impulse verleihen. Das gilt auch für andere Landesteile, in denen es noch weit weniger Radwege als in Tel Aviv gibt.

Ein erfolgreiches Modell zur Förderung der Fahrradnutzung ist das in Tel Aviv bestehende Verleih-Modell. Unter dem Nehmen Tel-O-Fun bietet ein Netz von Verleihstationen die Möglichkeit, Dreigang-Stadträder auf Tages- oder Wochenbasis zu mieten. Im Sommer 2015 kündigte die Anrainerstadt Givatayim an, das Verleihsystem ebenfalls einführen zu wollen.

Hauptträger des Marktwachstums sind E-Bikes. Im Jahr 2014 wurden, wie aus der israelischen Außenhandelsstatistik hervorgeht, knapp 73.000 Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor importiert: mehr als das Doppelte des Vorjahres. Demgegenüber lag die Stückzahl importierter Fahrräder ohne Hilfsmotor 2014 mit 381.000 nur um 4,9% über dem Vorjahresstand. Der Anteil der E-Bikes an der Gesamtzahl importierter Fahrräder lag bei 15,8%, doch stellten sie mit 31,2 Mio. US$ rund 46% des Importwertes.

Der Vormarsch der E-Bikes ist schnell erklärt: In den allermeisten Fällen dient das Fahrrad den Israelis als Verkehrsmittel, nicht als Sportgerät. Dafür ist das E-Bike in der Regel das bequemere Vehikel als das muskelbewegte Fahrrad.

Quelle: http://goo.gl/0nFDj2

Wussten Sie, dass... – Fakten und Zahlen rund um Israel

 

  • Wussten Sie, dass die israelische Hightech-Wirtschaft von Rekord zu Rekord eilt? Laut Erhebungen von Israel Capital Venture (IVC) haben 179 israelische Firmen im 2. Quartal 2015 1,12 Milliarden Dollar an Investitionen eingesammelt – so viel wie nie zuvor. Damit hatte der bisherige Rekord aus dem 4. Quartal 2014 nur ein halbes Jahr bestand.

    Quelle: http://www.ivc-online.com/Portals/0/RC/Survey/IVC_Q2-15%20Capital%20Raising_Survey-Final.pdf

  • Wussten Sie, dass Touristen aus Israel in Berlin mehr Nächte verbringen als jede andere Gruppe? Laut Zahlen des Berliner Tourismusportals „Visit Berlin“ bleiben Israelis bei ihrem Aufenthalt im Schnitt 3,6 Nächte in der deutschen Hauptstadt – fast eine Nacht mehr als der Durchschnitt (2,7 Nächte).

    Quelle: http://goo.gl/VgcuNj

  • Wussten Sie, dass Sie beim israelischen Startup „Zooz“ mit klingonischen Sprachkenntnissen gute Chancen auf einen Job haben? „Zooz“, ein Unternehmen aus dem Fintech-Bereich, wollte im harten Wettbewerb um gute Mitarbeiter mit einer besonderen Rekrutierungskampagne aus dem Einerlei der Stellenangebote herausragen – und fragte nach Klingonischkenntnissen. Laut „Zooz“-Personalchef Abi Solomon bringen Kenner der von Star Trek-Fans geschaffenen Kunstsprache beste Voraussetzungen für die Analyse der Programmiercodes mit, auf denen die „Zooz“-Software basiert.

    Quelle: http://goo.gl/tNjUwn