AHK Newsletter #2 2016

Inhalt

Neues aus der Kammer

Neues aus Israel

GTAI – Ausgewählte Berichte

Wussten Sie, dass...?  Zahlen und Fakten rund um Israel

Liebe Leserinnen und Leser,

die Innovationskraft Israels trifft weiterhin auf großes Interesse aus Deutschland. In den ersten Monaten dieses Jahres sind unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit diversen Delegationen von Multiplikatoren und Unternehmern durch das Land gereist, um Ihnen innovative Lösungen und potenzielle Geschäfts- und Kooperationspartner z.B. aus den Bereichen Cybersecurity, Smart City oder Life Sciences vorzustellen. Mehr darüber lesen Sie in diesem Newsletter.

Gemein ist dabei allen Besucherinnen und Besuchern, dass ihre Vorstellungen von Israel in der Regel bereits nach 24 Stunden komplett auf den Kopf gestellt wurden. Hochentwickelt, frei und sicher sind dabei die häufigsten Vokabeln, die neu in den Wortschatz aufgenommen werden, wenn am Ende des Aufenthaltes das kleine Land am Mittelmeer beschrieben wird. Wir laden auch Sie ein, sich ein eigenes Bild von Israel zu machen. Gelegenheit dazu bieten z.B. die Geschäftsanbahnungsreise Bauwirtschaft im Juni und eine Startup-Konferenz im September. Vorankündigungen zu beiden Reisen/Events finden Sie weiter unten.

Abgerundet wird unser Newsletter wie immer durch Nachrichten über technologische Neuerungen aus Israel und aktuelle Marktinformationen. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihre AHK Israel.


Ein schönen Eindruck vom Facettenreichtum Israels gibt dieses 60sekündige Video ©Israel MFA

Neues aus der Kammer

Nordrhein-Westfalen sucht engere Zusammenarbeit mit Israel

Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, zeigte sich beeindruckt. „Ich bin immer auf der Suche nach guten Instrumenten für die Förderung von Startups und Unternehmern und hier habe ich eines gefunden“, fasste er nach dem Gespräch mit Itay Beck zusammen. Beck, Deputy Director im Office of the Chief Scientist (OCS) hatte dem Staatssekretär und der ihn begleitenden Unternehmerdelegation zuvor das Technological Incubators Program vorgestellt. Dieses macht frühe Investitionen in Startups für Geldgeber attraktiver, indem es private Mittel mit 85% bezuschusst und so das Investitionsrisiko erheblich senkt. Das Programm ist nur eines von über 30 Instrumenten, die das OCS für junge Unternehmer bereit hält und es könnte ein Modell für Nordrhein-Westfalen (NRW) sein.

Der Besuch beim OCS war nur einer von vielen Programmpunkten, den die AHK Israel für die Delegation aus NRW organisiert hatte. Daneben fanden während des dreitägigen Aufenthalts u.a. auch ein zentrales Standortmarketingevent, B2B-Treffen für die mitreisenden Unternehmen, Besuche bei reiferen israelischen Unternehmen wie Checkpoint und Mobileye und eine Diskussionsrunde mit Technologie-Scouta deutscher Firmen in Israel statt.


Der Aufenthalt bot viele Gelegenheiten, um Kontakte zu knüpfen ©AHK Israel

Vertreter von RWE, der Deutschen Telekom und ProSiebenSat.1 erläuterten, wonach deutsche Unternehmen in Israel suchen ©AHK Israel

Während der Diskussion, organisiert von BETATEC, der Startup-Initiative der AHK-Israel, wurden viele Ideen geboren, um dem nordrhein-westfälischen Mittelstand den Zugang zum Innovationspotenzial Israels zu erleichtern. „Wir fahren mit vielen Vorschlägen nach Hause und sehen enorme Möglichkeiten zur Kooperation“, zog Horzetzky zum Abschluss der Reise Bilanz. Auch die teilnehmenden Unternehmer waren mehr als zufrieden mit ihrem Aufenthalt.

„Ich habe in den B2B-Treffen potenzielle Kunden gewonnen und bin zuversichtlich, dass daraus neue Geschäftschancen für mich entstehen,“ fasste Uwe Ulbrich, Geschäftsführer der Cybersecurity-Firma Net at Work, den Gesamteindruck der Reise stellvertretend für die Delegation zusammen.

Düsseldorfs OB Geisel zu Gast bei Mobileye / Rheinbahn AG und Mobileye starten Pilotphase zur Implementierung israelischer Unfallvermeidungstechnologie

Bei einem von der AHK Israel organisierten Besuch im Jerusalemer Hauptsitz von Mobileye, dem israelischen Weltmarktführer für Kollisionsvermeidung, konnte sich Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel persönlich von den Möglichkeiten dieser Technologie überzeugen.


OB Geisel im selbstfahrenden Audi von Mobileye

Nach einer (Mit-)Fahrt im vollautomatisierten Fahrzeug zeigte Geisel sich begeistert: „Die Technik sorgt für sicheren Abstand und die Einhaltung der Geschwindigkeit. Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer werden erkannt.“


Totel Winkel, Gefahrenzonen für viele Verkehrsteilnehmer, werden dank Mobileye entschärft. ©Mobileye

Doch das ist nicht das einzige Einsatzgebiet von Mobileye. Düsseldorf ist eine der ersten europäischen Städte, die Mobileyes Technologie in Bussen testen. Im Januar 2016 begann eine einjährige Pilotphase, für die das Nahverkehrsunternehmen Rheinbahn AG Busse mit Mobileyes Shield+ Technologie ausgestattet hat.

Diese ermöglicht, drohende Unfälle mit besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern wie Motorradfahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern zu vermeiden. Shield+ umfasst strategisch platzierte Multivisionskameras sowie Displaymodule, die den Busfahrer sowohl visuell als auch akustisch warnen, sobald ein Verkehrsteilnehmer im Toten Winkel erfasst wird.

Geschäftsanbahnungsreise zur Bauwirtschaft in Israel

Im Jahr 2015 haben die israelischen Behörden den Bau von fast 100.000 neuen Wohnungen genehmigt: 59% mehr als im Vorjahr. In der Folge ist bereits 2016 eine kräftige Zunahme der Bautätigkeit zu spüren. Der Investitionsschub wird die Nachfrage nach Maschinen und Ausrüstungen ebenso wie nach Baustoffen und Knowhow steigern. Damit öffnen sich auch deutschen Firmen neue Lieferchancen.

Um diese bestmöglich bei ihrem Eintritt in den israelischen Markt zu unterstützen, findet vom 20.-23.06.2016 eine 4-tägige Geschäftsanbahnungsreise nach Israel statt. Die Reise richtet sich an Unternehmen, Ingenieure, Architekten und Fachhandwerker im Bereich der Bauwirtschaft, insbesondere Wohnungsbau sowie Restaurierung und Sanierung historischer Gebäude und Integration in den modernen städtischen Kontext. In Tel Aviv und Jerusalem finden Präsentationsveranstaltungen der deutschen Teilnehmer, individuelle Unternehmertreffen und technische Firmenbesuche statt.

Die Reise wird im Rahmen des KMU-Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von der AHK Israel und SBS systems for business solutions durchgeführt. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie bei einem KLick auf das nachfolgende Banner.


Startup-Konferenz von BETATEC und myIsrael in Tel Aviv

Vom 18.-20. September dreht sich auf einer Konferenz in Tel Aviv alles rund um Israel als Startup-Nation und um die dynamische Gründerszene im Silicon Wadi. Veranstalter sind die AHK Israel unter ihrem Label BETATEC und myIsrael. An den drei Konferenztagen soll in Panels und Workshops den Gründen für Israels Erfolg als Startup-Hotspot nachgegangen werden. Außerdem werden Möglichkeiten für den deutschen Mittelstand beleuchtet, stärker vom israelischen Innovationspotenzial zu profitieren. Dazu werden Vertreter der bereits im Land tätigen deutschen Unternehmen ihre Aktivitäten im Bereich Technologie-Scouting und hinsichtlich Investitionen in israelische Startups vorstellen.

Die Konferenz richtet sich an Unternehmer und Multiplikatoren aus allen Bereichen, die das israelische Startup-Wunder verstehen und daran teilhaben wollen. Die Suche nach passenden israelischen Kooperationspartnern für deutsche Firmen ist ein weiteres Konferenzthema. Veranstaltungsort wird das Hotel Dan Panorama sein. Anmeldungen sind noch möglich unter info(at)betatec.org.


Neues aus Israel

App aus Israel nutzt Militärtechnologie zur Hautkrebserkennung

DermaCompare ist ein typisches Beispiel für den Transfer israelischer Hightechanwendungen vom Militär in den zivilen Bereich. Die gratis App von Emerald Medical Applications nutzt Bilderkennungssoftware und Analysealgorithmen aus der israelischen Luftwaffe, um Hautveränderungen zu erfassen und so die Früherkennung von Melanomen zu ermöglichen. Die App übernimmt somit das Screening der Haut anstelle eines Arztes und vergleicht die Bilder mit früheren Aufnahmen. Dabei führt die App leicht verständlich und anwenderfreundlich durch das Screening von Muttermalen und anderen Auffälligkeiten und schlägt bei verdächtigen Veränderungen Alarm. Wenn gewünscht, wird direkt Kontakt zu einem Dermatologen in der Nähe hergestellt.


DermaCompare identifiziert und klassifiziert Muttermale zur Krebsfrüherkennung ©Emerald Medical Applications

Die Software hinter DermaCompare kann zwischen gut- und bösartigen Hautveränderungen unterscheiden. Den Erfindern von DermaCompare geht es vor allem darum, die Früherkennung zu verbessern, die App eignet sich aber auch für Folgeuntersuchungen. Durch die Verwendung der App entsteht zugleich eine Crowd-basierte Datenbank der Nutzer, die die Grundlage für die stetige Verbesserung der Bilderkennungssoftware ist.

Die Idee, die Technologie zur Auswertung von Luftaufnahmen in eine medizinische Anwendung zu übertragen, kam Lior Wayn, dem Erfinder von DermaCompare, als bei seinem eigenen Vater eine besonders bösartige Form von Hautkrebs diagnostiziert wurde. Wayn sieht darüber hinaus weitere Anwendungsfelder, z.B. in der Aknebehandlung.

Quelle: Israel21c, http://bit.ly/1TKE7QA

Neuartiger Motor aus Israel könnte Treibstoffverbrauch und Emissionen halbieren

Der in Kraftfahrzeugen überwiegend genutzte Verbrennungsmotor hat sich seit seiner Patentierung im Jahr 1860 nicht grundlegend verändert. Das Prinzip von Kolben und Ventilen, die mittels Energie Räder zum Drehen bringen, wurde verfeinert, aber nicht revolutioniert. Dies versucht nun das israelische Unternehmen Aquarius mit einem neuartigen Antrieb. Anstelle der üblichen vier bis acht Ventile verfügt der Aquarius-Motor über einen Zylinder, der sich in der Horizontale bewegt und damit zwei Elektromotoren mit Strom versorgt, die wiederum das Fahrzeug antreiben. Der Motor ist dabei deutlich kleiner als ein Verbrennungsmotor und besteht aus deutlich weniger Einzelteilen, was sich positiv auf die Effizienz und die Verschleißrate auswirkt.

Im Ergebnis soll der neuartige Antrieb einen PKW mit einer einzigen Tankfüllung bis zu 1.300 Kilometer weit bringen, doppelt so weit wie ein herkömmlicher Verbrennungsmotor. Die Erfinder des Aggregats hoffen nun darauf, dass Regierungsinitiativen zur Verringerung von Emissionen die Automobilindustrie zum Umdenken und zum Einsatz des Aquarius-Motors bringen – und zu den dazu notwendigen Investitionen in Milliardenhöhe motivieren.

Quelle: Times of Israel, http://bit.ly/21wom2W

Aktuelle Nachrichten zum israelischen Steuerrecht

Im April 2016 hat die israelische Steuerbehörde ein Rundschreiben herausgegeben, in dem erklärt wird, wann und wie ausländische (z.B. deutsche) Unternehmen, die über das Internet Waren an Israelis verkaufen oder Dienstleistungen an Israelis erbringen, in Israel besteuert werden sollen. Dabei wird auf den Einkommenssteuer- und auf den Umsatzsteueraspekt Bezug genommen und zwischen ausländischen Unternehmen mit Sitz in einem Staat mit Doppelbesteuerungsabkommen und solchen mit Sitz in einem Staat ohne entsprechendes Abkommen unterschieden.

Alle Details dazu und weitere Neuerungen zum israelischen und internationalen Steuerrecht hat Steuerfachanwältin Dr. Judith Taic in einem Gastbeitrag für Sie zusammengestellt. Den kompletten Artikel finden Sie hier auf unserer Website.

GTAI – Ausgewählte Berichte

Von Wladimir Struminski

Israels Importe von Fördertechnik expandieren

Im Jahr 2015 setzte sich der Aufwärtstrend des israelischen Marktes für Fördertechnik fort. Wie eine längerfristige Betrachtung zeigt, hat sich die Einfuhr zwischen 2007 und 2015 verdoppelt. Wohl gibt es konjunkturelle Schwankungen, so etwa kam es im Krisenjahr 2009 zu einem scharfen Rückgang der Importe, der anschließend aber mehr als ausgeglichen werden konnte. Seitdem weisen die Importzahlen nahezu stetig nach oben. Der deutsche Importmarktanteil lag 2015 bei 15,8%.

Zum vollständigen Artikel: http://bit.ly/1TKCUZm

Israels Markt für Krafträder wächst

Der israelische Markt für Krafträder erlebt einen Aufschwung. Im Jahr 2015 ist die Einfuhr von Krafträdern - ohne E-Bikes - um 17% auf knapp 61 Mio. US$ gestiegen, nachdem auch in den vorangegangenen Jahren Zuwächse verbucht werden konnten. Den Löwenanteil des Marktes machen unverändert kleinere Hubraumklassen aus. Die Importe größerer Maschinen nehmen indessen zu. Kleine Roller fallen kaum ins Gewicht, doch liegt dies nicht an der gestiegenen Einfuhr von E-Bikes.

Zum vollständigen Artikel: http://bit.ly/1ruld7s

Israelische Nachfrage nach Elektrohausgeräten bleibt kräftig

Zwar nahm die israelische Einfuhr von Elektrohausgeräten 2015 um 2,1% ab, dennoch bleiben die Israelis konsumfreudig. Ursachen des rechnerischen Rückgangs sind vielmehr Produktverbilligungen durch Wettbewerb sowie Währungsrelationen. Allerdings haben einzelne Produkte ihre Sättigungsgrenze erreicht. Das schnelle Bevölkerungswachstum sorgt für Nachfrageimpulse.

Zum vollständigen Artikel: http://bit.ly/1ruljfh

Wussten Sie, dass? Fakten und Zahlen rund um Israel

  • Wussten Sie, dass israelische Startups im ersten Quartal 2016 über eine Milliarde Dollar (genau 1,09 Mrd. USD) an Investitionen eingesammelt haben? Das ist der höchste jemals gemessene Wert für das 1. Quartal eines Jahres. Die meisten Gelder flossen in Software- und Life Science-Startups.

    Quelle: IVC, http://bit.ly/1JQHlhT

  • Wussten Sie, dass viele der ursprünglich landwirtschaftlich ausgerichteten Kibbuzim Israels heute erfolgreiche Technologieunternehmen beherbergen? Ein Beispiel ist der Kibbuz Yizre’el, der unter der Marke Maytronics Reinigungsroboter für Swimming-Pools vertreibt. Maytronics Wert wird auf eine Milliarde US-Dollar geschätzt. Weitere Beispiele für wirtschaftlich sehr erfolgreiche Kibbuzim hat der israelische Technologie-Blog No Camels zusammengetragen: http://bit.ly/1QRY6YW

  • Wussten Sie, dass Israel bei deutschen Touristen immer beliebter wird? Von Januar bis März 2016 reisten 44.326 Deutsche inklusive der Tagesgäste und Kreuzfahrtpassagiere in Israel ein – ein Anstieg von ca. 18 Prozent verglichen mit demselben Zeitraum im Vorjahr (2015: 37.708).

    Quelle: Staatliches Israelisches Verkehrsbüro, http://bit.ly/1q0lg9y